Suche
Abschluss des Laientreffens

Katholikenkomitee für mehr Ethik in der Wirtschaft

Dieser Inhalt ist nur erlaubt, wenn Sie Cookies vom Typ "readspeaker" zulassen.

Bonn - Ethisches Wirtschaften, Segensfeiern, Missbrauch und der "synodale Weg": Das Themenspektrum beim Treffen der deutschen Laien war breit. Die Delegierten sehen in Kirche und Gesellschaft Reformbedarf – und stellen klare Forderungen.

Zum Abschluss seiner Herbstvollversammlung hat sich das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) für ein Lieferkettengesetz ausgesprochen. Damit stellte sich das höchste repräsentative Gremium der katholischen Laien in Deutschland am Samstag in Bonn hinter entsprechende Pläne von Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU).

Das Gesetz soll Unternehmen anhalten, für faire und umweltfreundliche Arbeitsbedingungen bei der Herstellung der von ihnen vertriebenen Güter zu sorgen. Dabei geht es vor allem um Produktionsstätten in Entwicklungs- und Schwellenländern. Müller hatte zuvor vor der Vollversammlung für das Anliegen geworben.

Im Mittelpunkt des zweitägigen Treffens standen Beratungen zum "synodalen Weg", dem von Bischöfen und ZdK angestoßenen Dialog zur Zukunft der Kirche in Deutschland. Am Freitagnachmittag hatte die Vollversammlung mit der Annahme der Satzung grünes Licht für die zunächst auf zwei Jahre angelegte Initiative gegeben. Sie kann nun wie geplant am 1. Dezember starten. Nach intensiver Aussprache stimmten nur 17 der rund 200 Teilnehmer gegen die Satzung; fünf weitere enthielten sich.

Ein Ziel des "synodalen Wegs" ist, nach dem Missbrauchsskandal verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen. Themen sind die Sexualmoral, die priesterliche Lebensform, Gewaltenteilung und die Rolle von Frauen in der Kirche.

Bischofsabgabe für Missbrauchsopfer?

Gesprächsbedarf sieht das ZdK auch in der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in der Kirche. Vizepräsidentin Claudia Lücking-Michel sprach sich für eine freiwillige Abgabe aller amtierenden und emeritierten Bischöfe und Weihbischöfe aus, mit denen Entschädigungen ausgezahlt werden könnten.

Claudia Lücking-Michel, Bundestagsabgeordnete der CDU für die Stadt Bonn, am 19. Januar 2015 in Bonn.
ZdK-Vizepräsidentin Claudia Lücking-Michel sprach sich für eine freiwillige Abgabe aller amtierenden und emeritierten Bischöfe und Weihbischöfe aus, mit denen Missbrauchsopfern Entschädigungen ausgezahlt werden könnten.

Damit seien längst nicht alle Forderungen gedeckt, räumte sie ein. Aber ein solcher symbolischer Schritt könnte zeigen, "dass diejenigen, die die Verantwortung tragen, auch bereit sind, sich dafür zur Rechenschaft ziehen zu lassen". Entschädigungszahlungen ausschließlich aus Kirchensteuermitteln zu leisten, nannte sie einen falschen Weg.

In einem eigenen Beschluss erneuerte das Katholikenkomitee seinen Ruf nach kirchlichen Segensfeiern für lesbische und schwule Paare. Anders als viele evangelische Landeskirchen erlaubt die katholische Kirche weder eine Eheschließung noch eine Segnung schwuler und lesbischer Partnerschaften. Während einige Teilnehmer von einem "Meilenstein" sprachen, drang der Hamburger Erzbischof und Geistliche Assistent des ZdK, Stefan Heße, auf eine intensivere theologische Auseinandersetzung mit dem Thema. "Dann hängt der Segen nicht in der Luft."

Am Freitagabend wurde der langjährige ZdK-Generalsekretär Stefan Vesper verabschiedet. Seine Nachfolge tritt am 1. Januar Marc Frings (37) an. Zu den in Bonn anwesenden ZdK-Mitgliedern gehörten unter anderen der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse, die ehemalige SPD-Vorsitzende Andrea Nahles und Misereor-Chef Pirmin Spiegel. ZdK-Präsident Thomas Sternberg nahm wegen eines familiären Trauerfalls nicht teil. Die Frühjahrsvollversammlung soll Mitte Mai in München stattfinden. (KNA)

kna-katholisch-swarm-node2 (0.015s)