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Kirche sei immer vielfältig

Kölner Generalvikar: Dürfen nicht in "Titanic-Mentalität" verfallen

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Tobias Hopmann
Köln - Seit 100 Tagen ist Tobias Hopmann Generalvikar im Erzbistum Köln. In einem Interview hat er jetzt über schwindende Ressourcen und Spaltung in Gesellschaft und Kirche gesprochen.

Der Kölner Generalvikar, Tobias Hopmann, hat sich dafür ausgesprochen, dem Rückgang an personellen und finanziellen Ressourcen in der Kirche nicht tatenlos zuzusehen. "Wir sind in diese Situation gestellt. Es geht darum, dass wir sie gestalten", sagt Hopmann in einem Interview mit dem Kölner "Domradio" (Dienstag) zu seinen ersten 100 Tagen im Amt. "Wir dürfen nicht in so eine Titanic-Mentalität verfallen und sagen: 'Oh, es wird immer enger,' aber die Bordkapelle spielt, bis es nicht mehr weitergeht", warnte der Generalvikar. Die Verantwortlichen im Erzbistum wollten etwas aufbauen. "Dazu passen wir die Strukturen an, in der Verwaltung, in den Pfarreien, hier im Haus, sodass wir diesen Aufbrüchen dienen können. Dass wir eine Kirche im Wachstum erleben, dass wir Aufbrüche und Wachstum sehen können", so Hopmann. "Ich glaube, das gibt auch eine Motivation, wenn man das mitbekommt und spürt."

Angesichts zunehmender Spaltungen innerhalb der Gesellschaft erklärte der Generalvikar, er beobachte auch in der Kirche, "dass man bei – berechtigterweise manchmal unterschiedlichen Positionen – insgesamt oft viel zu stark gegeneinander arbeitet. Das entspricht aber nicht unserem Auftrag!" Die katholische Kirche sei in ihrer Geschichte nie eine homogene Einheit gewesen, es habe immer Vielfalt gegeben. "Das war mir als Pfarrer wichtig, das ist mir auch als Generalvikar sehr wichtig: Dass wir, bei allen Unterschiedlichkeiten, die wir haben und die auch gut sind, versuchen, gemeinsam unterwegs zu sein, gemeinsam nach vorne zu gehen, und uns dabei an Jesus Christus zu orientieren."

Menschen wollen heute Pfarrer kennenlernen

Hopmann betonte, es sei für Priester, Seelsorgende und Gläubige wichtig, sich nicht abzuschotten und in eine eigene Welt zurückzuziehen. "Es ist mir wichtig, in Kontakt zu bleiben. Zum Beispiel im Karneval. Da sind viele mit uns verbunden, aber auch viele, die mit Kirche nichts zu tun haben oder uns vielleicht ablehnend gegenüberstehen." Im Gespräch könne man dann Positionen erklären. Ein Pfarrer müsse daher vor Ort sein, damit die Menschen ihn sehen und erleben könnten. "Die Menschen kommen heute weniger zu einem Amt und wollen mit dem Pfarrer sprechen, sondern sie wollen den Menschen kennenlernen: Wer ist der? Ist der normal, oder lebt er in seiner eigenen Welt und versteht mich gar nicht?"

Hopmann erklärte des Weiteren, er lade immer wieder Mitarbeitende des Generalvikariats zum Frühstück ein. "Da kann sich jeder anmelden, völlig egal, in welcher Position", so der Generalvikar. Es gebe keine Tagesordnung. "Aber ich frage die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer: Was würden Sie mir denn raten? Was für einen Tipp würden Sie mir geben?" Aus unterschiedlichen Perspektiven seien dabei bereits "sehr wertvolle Hinweise" zusammengekommen. (cbr)

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