Kohlgraf: Nachlassende Bereitschaft zum Dialog "brandgefährlich"
Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat gemeinsame und friedliche Lösungen für die aktuellen weltweiten Krisen wie Kriege, Hunger, Pandemie und Klima angemahnt. "Tatsächlich lässt sich weltweit eine nachlassende Bereitschaft zum Dialog wahrnehmen, die brandgefährlich ist", sagte Kohlgraf anlässlich des Weltfriedenstages in einem Gottesdienst am Samstag. Wachsender Waffenhandel und Aufrüstung auch atomarer Art seien in vielen Teilen der Welt sogar noch mehr Realität geworden.
"Die großen Herausforderungen der Welt sind in einem großen Zusammenhang zu sehen und zu bearbeiten. Ich bin dem Papst dankbar, dass er immer wieder auf diese Zusammenhänge zu sprechen kommt", betonte Kohlgraf. Es könne nicht damit getan sein, "die weltpolitischen Themen zu benennen, und sich damit auch der eigenen Möglichkeiten und der Verantwortung im eignen Umfeld zu entziehen", so der Mainzer Bischof, der auch Präsident der deutschen Sektion der internationalen katholischen Friedensbewegung "Pax Christi" ist. "Die Werkzeuge des Friedens, Dialog zwischen den Generationen, Erziehung und Arbeit, sind Werkzeuge auch für das eigene Leben und die Gestaltung des alltäglichen Miteinanders."
Frieden sei auch Arbeit, so Kohlgraf. In Bezug auf den kürzlich verstorbenen Erzbischof Demond Tutu aus Südafrika sagte er: "Frieden ist echte Arbeit, aber lieber Schweiß und Tränen vergießen auf diesem Weg, als am Ende an den Gräbern so vieler unnötigen Opfer der Gewalt zu stehen." Christus selbst gehe den Weg des Friedens voraus als Gottessohn, der "selbst den Weg der Gewaltlosigkeit gegangen ist, von der Krippe bis zum Kreuz." Er zeige uns diesen Weg als Weg zum ewigen Leben. (cbr)