Missbrauchsvorwürfe: Landesgartenschau entfernt Kunst von Priester
Nach Bekanntwerden von Missbrauchsvorwürfen gegen einen früheren Trierer Diözesanpriester hat die hessische Landesgartenschau in Fulda von ihm angefertigte Skulpturen vom Ausstellungsgelände entfernt. Als die Verantwortlichen von dem Fall erfahren haben, hätten sie schnell reagiert und die Kunstwerke abgebaut, berichtet die Fuldaer Zeitung am Dienstag. Laut einer Sprecherin wäre von vornherein auf eine Beteiligung verzichtet worden, wenn die Vorwürfe bekannt gewesen wären. Unabhängig von dem Ergebnis der Recherchen des Bistums Trier wolle man sich nicht an öffentlichen Diskussionen beteiligen. Auch in der Neuauflage des Informationsblatts zur Landesgartenschau solle der Geistliche mit seinen vier Objekten nicht mehr auftauchen.
Dem Bericht zufolge hatte eine Kunststation die Werke des Geistlichen vorgeschlagen, weil dieser als Künstler renommiert gewesen und seine Agro-Art-Objektkunst mit landwirtschaftlichen Geräten ideal für die Landesgartenschau geeignet erschienen sei. Kennengelernt habe die Kunststation den Künstler und seine Kunst 2014/2015 im Rahmen einer großen Ausstellung. Die hessische Landesgartenschau 2023 wurde Ende April eröffnet und läuft noch bis Anfang Oktober.
Das Bistum Trier hatte den Fall Mitte Juni öffentlich gemacht. Dabei geht es um einen 2020 gestorbenen Priester, der in der Diözese und in Bolivien mehrere Minderjährige sexuell missbraucht haben soll. Die Vorwürfe beziehen sich auf einen Zeitraum von den 1970er bis in die 1990er Jahre. Betroffene hätten sich beim Bistum ab 2002 gemeldet. Bereits 1994 und ab 2002 habe es Hinweise gegeben. Diesen sei allerdings zunächst nicht weiter nachgegangen worden. Erst 2019 habe das Bistum dem Mann verboten, als Priester tätig zu sein und öffentlich aufzutreten. Zuvor habe es nach weiteren Vorwürfen seit 2015 eine kirchenrechtliche Untersuchung gegeben. Im Rahmen der Veröffentlichung bat das Bistum um Hinweise zu dem Fall. (mal)