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Philip Peters leitet seit September das Priesterseminar in Münster

Neuer Regens: Priester brauchen Kontakte zu "normalen" Menschen

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Schwarzes Priesterhemd mit eingestecktem Kollar
Münster - Wenn er "wie ein Pastor" spricht, fordern ihn seine Freunde auf, damit aufzuhören, gibt Philip Peters zu. Der neue Regens des Priesterseminars in Münster wünscht sich, dass alle Kleriker Kontakte zu "normalen" Menschen pflegen.

Der neue Leiter des Priesterseminars in Münster, Philip Peters, hat Kleriker dazu aufgerufen, nicht das Unterscheidende des Weihesakraments zu betonen. "Die Weihe ist nichts neben dem Volk Gottes, sondern in ihm, aus ihm heraus und für es", sagte Peters dem Münsteraner Nachrichtenportal "Kirche und Leben" in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview. "Wir brauchen schlichtweg Kontakte zu 'normalen' Leuten, wenn ich das so sagen darf", forderte der neue Regens in Münster weiter. So rufe ihn seine Schwester manchmal dazu auf, auf dem Teppich zu bleiben, und Freunde würden ihn warnen, wenn er "wie ein Pastor" spreche. Daher begrüßte der 40-Jährige, dass im Münsteraner Priesterseminar Borromaeum neben den Seminaristen seit einigen Jahren auch andere junge Frauen und Männer in Wohngemeinschaften leben, die nicht Theologie studieren.

Gleichzeitig leugnete Peters nicht, dass Priester sich durch die Weihe sehr wohl von den Laien in der Kirche unterscheiden würden. "Vielleicht gehört dieses Unterscheidende aber auch gerade in einer Zeit, in der Priestersein so angefragt ist, phasenweise dazu, um diesen Weg überhaupt gehen zu können." Es sei jedoch wichtig, dass sich dieses Charakteristikum von Klerikern "nicht in einer falschen Weise festsetzt". Peters riet zudem Priestern in der Pfarreileitung, Aufgaben zu delegieren. "Ich habe sehr gute Erfahrungen mit der Einstellung einer Verwaltungsreferentin gemacht", sagte der Regens. Die anstehende Strukturreform im Bistum Münster eröffne einen größeren Spielraum für Priester, verstärkt etwa in Katechese und Sakramentenpastoral zu arbeiten."

Priesterliche Ideale hinterfragen

Weiter rief der neue Regens dazu auf, vermeintliche priesterliche Ideale zu hinterfragen. Sie retten zu wollen, "indem ich sie in einem hehren leuchtenden Weihrauchlicht stehen lasse, ohne meine eigene Gebrochenheit ins Wort zu bringen, zerstört letztlich diese Ideale", so Peters. Während er in seiner Studienzeit in Rom noch kaum verstanden habe, wie weitreichend der kirchliche Missbrauchsskandal sei, habe er mit den Jahren begriffen, wie groß der damit verbundene Vertrauensverlust wirklich sei. Ein Schlüsselmoment sei für ihn gewesen, als Betroffene sich ihm erstmals in einem seelsorglichen Gespräch anvertraut hätten.

Peters wurde 1982 in Duisburg geboren und nach dem Theologiestudium in Münster, Wien und Rom 2010 in der Ewigen Stadt zum Priester geweiht. Auf mehrere Jahre als Kaplan folgten ab 2015 die stellvertretende Leitung des Studienhaus St. Lambert Lantershofen für Spätberufene und eine Promotion an der Jesuitenhochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main über das Ehesakrament aus dogmatisch-pastoraler Perspektive. Anschließend wirkte Peters ab 2019 als Pfarrer und moderierender Priester eines Leitungsteams aus Ehren- und Hauptamtlichen bis er Anfang September seine neue Aufgabe als Regens antrat. Zuvor hatte Hartmut Niehues das Borromaeum zwölf Jahre lang geleitet. (rom)

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