Pfarreienreform im Bistum Trier: Bischof Ackermann holt Meinung an Basis ein
Der Trierer Bischof Stephan Ackermann besucht im Zuge der von Rom geforderten Überarbeitung der geplanten Pfarreienreform mehrere Kirchengemeinden seiner Diözese, um die Meinung der kirchlichen Basis zu den geplanten Neuerungen einzuholen. Die Besuche finden vom 13. bis zum 19. Oktober in vier Dekanaten statt, wie das Bistum am Montag mitteilte. Bei den nicht-öffentlichen Gesprächen gehe es vor allem darum, vor Ort "die ehren- und hauptamtlichen Verantwortlichen zu hören und deren Einschätzung zum weiteren Weg – stellvertretend für das ganze Bistum – zu erfragen“, so Ackermann laut Mitteilung.
Der Bischof betonte demnach, dass die Auswahl der Dekanate exemplarisch erfolgt sei und nicht der Klärung konkreter Situationen vor Ort diene. Um "eine möglichst gute Entscheidungsgrundlage" für das weitere Vorgehen im Strukturprozess zu schaffen, wolle er nach diversen Beratungen mit den diözesanen Gremien nun "auch Stimmen und Meinungen aus der Fläche des Bistums hören“.
Strukturreform nach Stopp aus Rom in Überarbeitung
Derzeit überarbeitet Ackermann zusammen mit der Bistumsleitung die geplante Pfarreienreform, die im Anschluss an die Trierer Diözesansynode (2013–2016) beschlossen wurde. Sie sah ursprünglich vor, dass die 887 Pfarreien und 172 Pfarreiengemeinschaften durch 35 sogenannte "Pfarreien der Zukunft" ersetzt werden. Im November vergangenen Jahres wurden die bischöflichen Dekrete zur offiziellen Errichtung der ersten fünfzehn Großpfarreien jedoch von der römischen Kleruskongregation gestoppt.
Der Intervention aus dem Vatikan waren im Bistum Trier anhaltende und vielstimmige Proteste vorausgegangen: Während die Initiative "Kirchengemeinde vor Ort" befürchtet, dass sich mit der Neustrukturierung der Pfarreien "die regionale Kirche letztlich selbst abschaffe", monierte die Priestergemeinschaft "Unio Apostolica" im Herbst letzten Jahres in einem Schreiben an den Vatikan, dass durch die Reform die kirchenrechtlich vorgesehene Leitungsvollmacht der Pfarrer eingeschränkt werde. Ackermann warb seitdem wiederholt dafür, Parteiungen zu überwinden und mit "konstruktivem Geist" am Reformprozess mitzuwirken. Die Grundausrichtung der Diözesansynode bleibe erhalten, erklärte der Bischof im September in einem Brief an die Pfarrei- und Dekanatsgremien. (mfi)