Suche
44-Jähriger will sich "persönlich neu orientieren"

Pfarrer im Bistum Regensburg tritt zurück – Diözese bedauert Schritt

Dieser Inhalt ist nur erlaubt, wenn Sie Cookies vom Typ "readspeaker" zulassen.

Ein Mann verlässt eine Kirche
Regensburg/Wackersdorf - Er sei seit längerem in einem Klärungsprozess hinsichtlich des Priesteramtes und seiner beruflichen und persönlichen Zukunft gewesen: Der 44-jährige Priester Christoph Melzl aus dem Bistum Regensburg hat seinen Rücktritt als Pfarrer angekündigt.

Pfarrerrücktritt im Bistum Regensburg: Der Wackersdorfer Priester Christoph Melzl hat am Wochenende in einem Gottesdienst angekündigt, dass er zum 1. September aus dem kirchlichen Dienst ausscheiden wird. "Ich bin seit längerem in einem Klärungsprozess hinsichtlich des Priesteramtes und meiner beruflichen und persönlichen Zukunft. Dabei habe ich mich fachlich begleiten lassen und bin mehr und mehr zu der Überzeugung gekommen, dass ich mich persönlich neu orientieren möchte", erklärte der 44-Jährige vor den anwesenden Gläubigen. Das Bistum habe er vor einer Woche über seine Entscheidung in Kenntnis gesetzt; nach seinem Ausscheiden werde er eine Tätigkeit im nichtkirchlichen Bereich aufzunehmen.

Laut einem Bericht der "Mittelbayerischen Zeitung", der am Montag auch auf der Internetseite der Wackersdorfer Pfarrei St. Stephanus veröffentlicht wurde, dankte der Priester, der seit Herbst 2014 in der Pfarrei tätig war, den Gläubigen im Rahmen seiner Erklärung für "die guten Jahre in Wackersdorf". Man habe gemeinsam "viel gelacht und manchmal vielleicht auch miteinander geweint". Laut dem Bericht sollen die Gründe für Melzls Rücktritt vielfältig sein. Beobachtern seiner Gottesdienste sei immer wieder aufgefallen, dass der Pfarrer sich in seinen Predigten kirchenkritisch geäußert habe. Erst vor wenigen Wochen habe er die Kirche als Organisation "eine Baustelle" genannt. Zudem sei er ein Befürworter des Synodalen Wegs gewesen und habe sich öffentlich für die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare und das Frauenpriestertum ausgesprochen.

Das Bistum Regensburg bestätigte auf Anfrage von katholisch.de, am 24. Juli von Melzl über seinen "Neuanfang" informiert worden zu sein. "Dem Bistum tut es natürlich leid, einen engagierten Pfarrer wie Herrn Melzl zu verlieren, aber Regensburg akzeptiert diese persönliche Entscheidung"“, erklärte ein Sprecher. Er betonte zugleich, dass der scheidende Geistliche sich entgegen Verlautbarungen, die derzeit im Netz kursierten, in keiner Weise kritisch zu Bischof Rudolf Voderholzer geäußert oder diesen gar für seinen Rückzug verantwortlich gemacht habe; auch habe er nie gegen den Bischof gepredigt. "Dass er in Sachen Synodaler Weg eine andere Meinung hatte, ist im Bistum bekannt. Dass ihm aus seiner Sicht der Reformprozess vielleicht zu langsam lief, mag sein, auch dies ist im Bistum bekannt", so der Sprecher weiter. (stz)

kna-katholisch-swarm-node3 (0.014s)