Streit um Pieper-Preis: Barron sieht "lächerliche Bedeutungslosigkeit"
Der US-amerikanische Bischof Robert Barron hat sich spöttisch über die anhaltende Diskussion um die Verleihung des Josef-Pieper-Preises an ihn geäußert. Auf den Vorschlag einer öffentlichen Debatte über seine Theologie reagierte der Bischof am Freitag in den sozialen Medien. Er schrieb, er würde an der Tagung gerne teilnehmen, habe an dem Abend aber vermutlich eine "MAGA-Kundgebung". Damit spielte er ironisch auf Vorwürfe einer Nähe zur politischen Bewegung von US-Präsident Donald Trump an.
Hintergrund ist ein Vorschlag der Josef-Pieper-Stiftung, gemeinsam mit der katholischen Akademie Franz-Hitze-Haus in Münster eine öffentliche Tagung über Barron und seine Theologie zu veranstalten. Die Stiftung hatte zuletzt Fehler im Umgang mit der umstrittenen Preisverleihung eingeräumt, zugleich aber eine politische Motivation für die Auszeichnung zurückgewiesen. Die Entscheidung für Barron als Preisträger sei ihnen zufolge theologisch und philosophisch begründet gewesen, so der Stiftungsvorstand.
Der deutschen katholischen Akademielandschaft warf Barron in seiner Reaktion eine "lächerliche Bedeutungslosigkeit" vor. Zu den Protesten bei der Preisverleihung im vergangenen Sommer schrieb der Bischof wörtlich: "Der viel beschworene 'Protest' bestand aus gerade einmal 25 lustlos demonstrierenden Siebzigjährigen, die ein paar Schilder hochhielten, sowie einer Stellungnahme der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster. Diese bewegte sich intellektuell auf dem Niveau eines Bachelorstudiums und ließ nicht den geringsten Hinweis darauf erkennen, dass man auch nur ansatzweise mit meiner Arbeit vertraut war."