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Tagung zur Kontroverse vorgeschlagen

Pieper-Stiftung räumt Fehler bei Ehrung von US-Bischof Barron ein

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Preisverleihung des Josef-Pieper-Preises an Robert Barron
Münster - Die umstrittene Auszeichnung von US-Bischof Robert Barron in Münster wirkt nach. Die Josef-Pieper-Stiftung räumt einen Fehler ein, weist aber politische Absichten zurück und bietet eine neue Tagung an.

Mehr als ein Jahr nach der Debatte um die Verleihung ihres Preises an den US-amerikanischen Bischof Robert Barron hat die Josef-Pieper-Stiftung in Münster Fehler im Umgang mit der damaligen Veranstaltung eingeräumt. Zugleich weist sie den Eindruck zurück, die Preisvergabe sei als politische Aussage oder als Nähe zur Neuen Rechten zu verstehen. In einem Leserbrief an die Münsteraner Bistumszeitung "Kirche+Leben" bietet der Stiftungsvorstand der katholischen Akademie Franz-Hitze-Haus in Münster zudem eine gemeinsame Tagung über Barron und dessen Theologie an.

Die Stiftung will das Werk des Philosophen Josef Pieper (1904–1997) bewahren und zugänglich machen. Im Juli 2025 hatte sie Barron den Josef-Pieper-Preis verliehen und aus diesem Anlass auch ein Symposium veranstaltet. Gegen die Preisverleihung gab es Proteste. Kritiker warfen Barron unter anderem eine Nähe zum politischen Umfeld von US-Präsident Donald Trump sowie eine Verbindung von traditionsorientiertem Katholizismus mit autoritär-exklusiven Gesellschaftsvorstellungen vor.

Kritik an fehlender Streitkultur

In einem kürzlich veröffentlichten Interview mit "Kirche+Leben" hatte der Direktor des Franz-Hitze-Hauses, Johannes Sabel, unter anderem kritisiert, dass die öffentliche Kontroverse um Barron nicht zum Gegenstand des Symposiums gemacht worden sei. Sabel sprach von einem Rückzug in die eigene Denk- und Gefühlswelt und warb für eine offenere Streitkultur.

Der Vorstand der Stiftung erklärt nun, man habe die politische Dimension der Veranstaltung unterschätzt. Dass Teile der Presse von dem Symposium ausgeschlossen worden seien, sei rückblickend ein Fehler gewesen. Zugleich betont die Stiftung, die Entscheidung für Barron als Preisträger sei theologisch und philosophisch begründet gewesen und nicht politisch.

Stiftung weist politische Vorwürfe zurück

Die Stiftung wendet sich damit gegen eine aus ihrer Sicht zu starke politische Einordnung des US-Bischofs. Über die Vergabe des Preises könne und solle gestritten werden. Auch Barrons öffentliche Äußerungen und seine gesellschaftspolitischen Bezüge seien legitime Gegenstände kritischer Diskussion. Aber eine Nähe zu Neurechten Positionen oder gar eine Mitverantwortung für deren politischen Erfolge sei durch die Entscheidung für den Preisträger nicht begründet.

Sabel hatte in dem Interview vor einer Vereinnahmung christlicher Begriffe durch die Neue Rechte gewarnt. Diese versuche, christliche Vorstellungen zu nutzen, um ihre eigene Programmatik als gesellschaftlich ganz normal erscheinen zu lassen. Er sprach von einer Normalisierungs- und Verharmlosungsstrategie.

Die Stiftung schlägt nun vor, die Auseinandersetzung bei einer gemeinsamen Tagung öffentlich fortzusetzen. Beide Seiten könnten dafür nach Vorstellung der Stiftung jeweils Referenten benennen. Dabei sei insbesondere zu klären, ob der Vorwurf einer Vereinnahmung von Josef Pieper und einer intellektuellen Unterbietung seines Denkens im Zusammenhang mit der Preisverleihung zu Recht bestehe.

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