Über 20 Priesterweihen in mehreren deutschen Bistümern
In den Diözesen München, Regensburg, Bamberg und Passau sowie im Erzbistum Köln sind am Wochenende Diakone zu Priestern geweiht worden. In den bayrischen Bistümern gab es am Samstag insgesamt zwölf Weihen, schon am Freitag sechs weitere im Kölner Dom. Das Bistum Augsburg wollte am Sonntag drei Kandidaten weihen. So standen in den Diözesen insgesamt 21 Weihen an.
Marx warnt vor Machtmissbrauch
Kardinal Reinhard Marx warnte im Münchner Liebfrauendom vor Machtmissbrauch. Priester sein bedeute weitaus mehr als einen Job zu haben und Geld zu verdienen. Sie hätten die Aufgabe, "Boten einer anderen Welt" zu sein und müssten ein "ganzheitliches Leben im Geist der Demut" führen.
Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer mahnte die Neugeweihten, nicht sich selbst zu verkünden, sondern Jesus den Herrn. An all ihrem Tun dürften sie ihm nicht im Wege stehen, sondern müssten durchlässig auf ihn hin werden. Ähnlich äußerte sich auch der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki: Die Neupriester sollten ihr Amt, "in immerwährender Freude und Liebe auszuüben und in ihrem Dienst nicht sich selbst zu suchen, sondern immer und ausschließlich Christus“, so der Kardinal.
Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick rief die Neupriester auf, sich nicht von den derzeitigen Diskussionen um den Zölibat "irremachen" zu lassen. Wie Jesus Christus sollten sie einen "heiligen Zwang" spüren, alles für die Ausbreitung der Frohen Botschaft zu tun. So werde auch das ehelose Leben sinnvoll, lebbar und erfüllend. Der Passauer Bischof Stefan Oster sprach den Neupriestern Mut zu: "Der Glaube kann eine Kraft im Leben sein, eine innere Gewissheit, eine Fähigkeit, immer neu Hoffnung zu schöpfen, wieder aufzustehen und wieder anzufangen und weiterzugehen", erklärte er.
Am 29. Juni feiert die katholische Kirche das Hochfest der heiligen Apostel Petrus und Paulus. In vielen Diözesen ist das Datum der traditionelle Termin der Priesterweihe. In München wurden zwei Kandidaten die Hände aufgelegt, in Bamberg drei, in Regensburg sechs und in Passau einem.
Hanke: Keine Frauen im Priesteramt
In Eichstätt weihte Bischof Gregor Maria Hanke zwei Priesteramtskandidaten zu Diakonen. Deren Amtsvollmacht sei durch das Dienen begründet. "Durch euren Dienst will Gott bei den Menschen ankommen", rief er den beiden Männern zu. Sie müssten bereit sein, Lasten zu tragen und sich einspannen zu lassen. Ihre Priesterweihe ist am 2. Mai 2020 vorgesehen.
Der Bischof ging in seiner Ansprache auch auf die aktuelle Kirchenkrise in Deutschland ein. Einer Anpassung an die moderne Zeit, etwa durch die Zulassung von Frauen zum Priesteramt, erteilte er eine Absage. "Erneuerung der Kirche ist notwendig, aber dafür braucht es die Gabe der Unterscheidung." Jede Veränderung in der Kirche müsse auf die Heilsgeschichte Gottes ausgerichtet sein. Ein Recht auf ein Weiheamt gebe es weder für Frauen noch für Männer. Dennoch müsse Frauen in der Kirche mehr Verantwortung übertragen werden. (gho/KNA)