Verband der Pfarrhaushälterinnen offiziell aufgelöst
Sie sind wichtige Bezugspersonen für katholische Priester – und häufig auch ein Korrektiv. In vielen Gemeinden sind Pfarrhaushälterinnen Anlaufstelle für Menschen, die Hilfe brauchen. Doch in Deutschland gibt es immer weniger von ihnen. Jetzt hat sich ihr Berufsverband offiziell aufgelöst.
"55 Jahre haben wir gute Arbeit geleistet und Frauen unterstützt. Jetzt mussten wir aufgeben, weil wir niemanden für den Vorstand des Bundesverbands gefunden haben", sagte das langjährige Vorstandsmitglied Irmgard Schwermann am Mittwoch dem Kölner Internetportal domradio.de. Weil es in Deutschland immer weniger Priester gebe, sei die Zahl der potenziellen Arbeitgeber stark gesunken.
Auflösung schon länger beschlossen
Bereits im Oktober habe der Vorstand die Auflösung des Verbandes beschlossen; jetzt habe die Deutsche Bischofskonferenz in einem Dekret die Auflösung bestätigt, sagte die Pfarrhaushälterin aus dem Erzbistum Köln. Allerdings gibt es noch Zusammenschlüsse von Pfarrhaushälterinnen in einzelnen Bistümern sowie in Bayern.
Schwermann schätzt, dass es bundesweit immer noch zwischen 1.000 und 1.500 Personen gibt, die dieses Amt ausüben. "Zu unserer Gemeinschaft gehören aber auch die Rentnerinnen, die ihr Leben lang im Pfarrhaus gelebt und gearbeitet haben. Mit ihnen darf ich von 2.000 sprechen." Noch Anfang der 1970er Jahre lebten und arbeiteten 8.000 Frauen in Vollzeit gemeinsam mit einem Priester unter einem Dach.
Pfarrhaushälterinnen sind Angestellte des jeweiligen Priesters. Je nach Aufgabenbereich des Priesters und eigener Vorbildung können sie neben der Arbeit im Haushalt auch Aufgaben in der Kirchengemeinde übernehmen. (KNA)