Wegen Corona: Bistum Regensburg musste Brauerei finanziell stützen
Die Corona-Pandemie hat auch bei Brauereien ihre Spuren hinterlassen – und trifft damit auch das Bistum Regensburg: Die Diözese musste die Regensburger Brauerei Bischofshof finanziell unterstützen. "Fehlende Umsätze und Liquiditätsrückgänge resultieren konkret aus der Schließung von Gaststätten, der zeitweiligen Einstellung sämtlicher Veranstaltungen, den verschiedenen Lockdowns und dem Wegfall des Absatzkanals Export über weite Teile des Geschäftsjahres 2020", zitiert die "Mittelbayerische Zeitung" in einem Bericht (Sonntag) den Pressesprecher des Bistums, Stefan Groß. Aufgrund dieser wirtschaftlich schwierigen Lage habe die Bischöfliche Knabenseminarstiftung der Diözese der Brauerei Eigenkapital zur Verfügung gestellt.
Dem Bericht zufolge wird die Brauerei Bischofshof über die Knabenseminarstiftung im Vermögen des Bischöflichen Stuhls verwaltet, das vom Kirchensteuer-Topf getrennt ist. Zu den Aufgaben der Knabenseminarstiftung gehört demnach unter anderem die Unterstützung des diözesanen Priesterseminars St. Wolfgang. Zu diesem Zweck seien auch die Mittel vorgesehen, die aus den erzielten Gewinnen der Brauerei Bischofshof stammten. Die 1649 vom Regensburger Fürstbischof Graf Wartenberg zur Versorgung der Dombauer gegründete Brauerei Bischofshof sei "sowohl als Brauerei, Getränkehersteller, aber auch als gastronomische Heimat unserer Diözese und Beherbergungsbetrieb für viele Gäste aus aller Welt und auch als bedeutender Arbeitgeber ein großer Förderer im Sozialen und Gesellschaftlichen in Regensburg", so der Bistumssprecher.
Bistum habe Verantwortung für die Brauerei
Die Knabenseminarstiftung übernehme in der wirtschaftlichen Ausnahmesituation der Corona-Pandemie "Verantwortung für die Brauerei und bietet Überbrückungshilfe, um so Arbeitsplätze und die Wirtschaftskraft in der Region zu erhalten und auch die Förderung des Priesterseminars langfristig zu sichern", teilte der Pressesprecher laut Bericht mit. Die wirtschaftliche Situation der Brauerei im Sommer 2021 habe so zunächst stabilisiert werden können, danach seien jedoch weitere Lockdowns gefolgt. "Dennoch mag diese Entscheidung für manche auch ungewöhnlich erscheinen", so der Sprecher. "So ungewöhnlich wie die Herausforderungen in Corona-Zeiten." Die Bereitstellung finanzieller Mittel sei ein ökonomisches Wagnis, da unternehmerisch investiert werde, das Bistum setze jedoch in die Innovationskraft der Brauerei.
Derzeit sehe die Brauerei sich mit den Folgen für die Rohstoffpreise angesichts des Ukraine-Kriegs konfrontiert. Auch wenn die Einkaufspreise durch laufende Verträge für dieses Jahr gesichert seien, sei noch nicht bezifferbar, wie sich die Preissteigerungen oder Lieferengpässe langfristig auswirken könnten. "Nicht zuletzt wird auch das künftige Konsumverhalten der Bevölkerung eine ganz erhebliche Rolle spielen", teilte das Bistum mit. (cbr)