100.000 Fatima-Pilger beten für Genesung von Papst Leo XIV.
Im Vorfeld seiner Lungenoperation haben am Dienstag rund 100.000 Pilger im portugiesischen Marienwallfahrtsort Fatima für die Genesung von Papst Leo XIV. gebetet. Bei der Abschlussmesse der internationalen Wallfahrt zum Jahrestag der Fatima-Erscheinung vom 13. Oktober bat der Erzbischof von Braga, José Cordeiro, um rasche Erholung des Kirchenoberhaupts. Bereits am Vorabend hatten sich nach Angaben des Wallfahrtsortes rund 130.000 Menschen zu den Feierlichkeiten versammelt und ebenfalls für den Papst gebetet.
In Fatima werde immer für den Papst gebetet, sagte Cordeiro in seiner Predigt. Er bat die Gottesmutter, den Nachfolger Petri zu beschützen und äußerte die Hoffnung, dass Leo XIV. "das schöne Atmen unseres Gebets hier in Fatima" spüren könne. Auch der Bischof von Leiria-Fatima, José Ornelas, schloss sich den Gebeten an. Er bat den "Guten Hirten", dem Papst die nötige Kraft und Gesundheit zu schenken, damit dieser seinen Dienst an Gottes Volk und an der Welt fortsetzen könne.
Frieden beginnt im eigenen Herzen
Cordeiro, der die zweitägigen Feierlichkeiten am Montag und Dienstag leitete, verband den Aufruf zum Gebet mit einer Botschaft des Friedens. Angesichts von Kriegen, globaler Unsicherheit und wirtschaftlichen Folgen müsse Frieden auch bei jedem Einzelnen beginnen - "wenn wir aufhören, Konflikte zu schüren, wenn wir lernen zu vergeben, zuzuhören und das Gemeinwohl zu suchen", so der Erzbischof.
Die Kriege hätten auch spürbare soziale Folgen, betonte Cordeiro. In Portugal seien die Lebenshaltungskosten allgemein gestiegen; hinzu kämen die bereits bestehenden Schwierigkeiten am Wohnungsmarkt. In einer von Krieg, Unsicherheit und Spaltung geprägten Welt bedeute Nachfolge Christi, "nicht zuzulassen, dass Angst oder Mutlosigkeit das letzte Wort haben".
Der 13. Oktober ist für den Wallfahrtsort Fatima von besonderer Bedeutung. An diesem Tag jährt sich die letzte der sechs Marienerscheinungen der Hirtenkinder Lucia dos Santos (1907-2005) sowie der Geschwister Francisco (1908-1919) und Jacinta Marto (1910-1920) im Jahr 1917. Zudem ist er mit dem sogenannten Sonnenwunder verbunden, bei dem nach damaligen Berichten Zehntausende Menschen ein ungewöhnliches Schauspiel der Sonne beobachtet haben sollen. Zum Jahrestag finden nicht nur im portugiesischen Heiligtum, sondern auch in zahlreichen Ländern weltweit Fatima-Feiern und Marienwallfahrten statt.