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Wechsel in Österreich

Abgetretene Frauenbund-Chefin: Thema Frauenweihe "noch nie so heiß"

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Frau hält Stola
Wien - An der Spitze der Katholischen Frauenbewegung Österreichs gab es am Wochenende einen Wechsel. Die scheidende Vorsitzende zog Bilanz.

Die am Wochenende abgetretene Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs (kfbö) sieht die Debatte um Frauenweihe und Leitungspositionen für Frauen in der Kirche so offen wie nie. "Dieses Thema war noch nie so heiß", sagte Angelika Ritter-Grepl im Interview der östereichischen Nachrichtenagentur "Kathpress". Als Zeichen dafür nannte sie das "weggefallene vatikanische Redeverbot" über das Frauenpriestertum und eine wachsende Zahl von Frauen in pastoraler Verantwortung und kirchlichen Leitungsfunktionen, sowohl im Vatikan als auch in der Weltkirche. Zudem hätten sich die gesellschaftlichen Gegebenheiten verändert.

Gleichzeitig würden sich Frauen verstärkt von der Kirche verabschieden. "Wir verlieren Frauen auf dem Weg, mehr als Männer", konstatierte Ritter-Grepl. Die entscheidende Frage beim Thema Frauenpriestertum sei für sie aber nicht allein, ob es künftig überhaupt noch Frauen geben werde, die eine Berufung zum Priesteramt wahrnähmen, sondern wie die Kirche generell mit Berufungen umgehe.

Nicht nur einzelne Positionen

Als wichtigen Schritt wertete Ritter-Grepl die Öffnung des Amts des Generalsekretärs der Österreichischen Bischofskonferenz für qualifizierte Laien. Diesen Schritt hatte die kfbö im September gefordert, als der Rücktritt des langjährigen Generalsekretärs und Priesters Peter Schipka bekannt wurde. Allerdings sei eine Frau in diesem Amt nur ein Symbol, betonte Ritter-Grepl: Es gehe nicht nur um die Besetzung einer einzelnen Position, sondern um Veränderungen in Strukturen und Arbeitsweisen sowie mehr Möglichkeiten für qualifizierte Laien, Verantwortung zu übernehmen.

Gleichzeitig betonte die scheidende kfbö-Vorsitzende, dass der Verband sich mit seinen Forderungen und Positionen nicht als Gegenbewegung außerhalb der Kirche verstehe. Diese "kritische Loyalität" verbinde die Zugehörigkeit zur Kirche mit dem Anspruch, ihre Strukturen weiterzuentwickeln.

Die aus Tirol stammende Ritter-Grepl gab nach sechs Jahren den Vorsitz der kfbö ab. Die Vollversammlung in Linz wählte am Wochenende die Theologin und frühere Leiterin des Seelsorgeamts der Erzdiözese Salzburg, Lucia Greiner, zu ihrer Nachfolgerin. Die kfbö besteht seit 1947 und versteht sich als Zusammenschluss engagierter Frauen in Kirche und Gesellschaft.  Mit rund 170.000 Mitgliedern ist sie die größte Frauenorganisation Österreichs.

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