Ausstellung würdigt Versöhnungsbriefe
Anlass ist der 50. Jahrestag des Versöhnungs-Briefwechsels der polnischen und deutschen Bischöfe, der am 18. November 1965 begann. Die Schau mit Fotos und Dokumenten wurde von der Maximilian-Kolbe-Stiftung und einer polnischen Partnerorganisation im Auftrag der Bischofskonferenzen beider Länder erarbeitet.
Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick betonte vor der Eröffnung, das Projekt sei "kein nostalgischer Rückblick". Es solle auch Erkenntnisse für heutige Versöhnungsprozesse bieten, so der deutsche Vorsitzende der Kontaktgruppe von Bischöfen beider Länder. Schick hob den Mut der polnischen Bischöfe zu der Initiative angesichts der leidvollen gemeinsamen Geschichte beider Völker hervor.
Schick: Deutsche Antwort fiel schwächer aus
Der Erzbischof erinnerte vor allem an die entscheidenden Worte der polnischen Seite: "Wir gewähren Vergebung und bitten um Vergebung". Zugleich räumte er ein, die deutsche Antwort sei "schwächer ausgefallen, das bekennen wir". Als Grund dafür nannte er den Zeitdruck. Die Deutsche Bischofskonferenz habe damals noch vor dem Konzilsende am 8. Dezember 1965 reagieren wollen. Auch in ihrer Antwort heiße es aber: "So bitten auch wir zu vergessen, ja wir bitten zu verzeihen."
"Wir gewähren Vergebung und bitten um Verzeihung", schrieben die polnischen Bischöfe an ihre deutschen Amtsbrüder vor 50 Jahren. Der Briefwechsel ging in die Kirchengeschichte ein als eine Sternstunde der Brüderlichkeit und Versöhnung.
Der Bischof von Gliwice (Gleiwitz), Jan Kopiec, räumte ebenfalls ein, die polnische Initiative sei angesichts der historischen Belastungen "nicht ganz gut vorbereitet" gewesen. Die Bischöfe seines Landes wurden danach teilweise heftig kritisiert, auch aus der Bevölkerung. Der weitere Versöhnungsprozess habe ihnen jedoch Recht gegeben, so Kopiec.
Beim Auftakt in Breslau vertrat der Görlitzer Bischof Wolfgang Ipolt die Deutsche Bischofskonferenz. Dort betonte er, die Christen müssten "Protagonisten der Versöhnung" sein, vor allem zwischen den Völkern, die durch den Zweiten Weltkrieg noch verfeindet seien. Ausstellungskurator Jörg Lüer erklärte, die Schau beanspruche keine abschließende Darstellung des Themas. Sie würdige auch die Ostdenkschrift der evangelischen Kirche und den Beitrag zahlreicher kirchlicher Basis-Initiativen, betonte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kolbe-Stiftung. (KNA)