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Wie der moderne Kleriker sein muss

Bischöfe: Der Priester steht nicht über dem Volk Gottes

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Rückansicht eines Priesters in einer Sakristei
Salzburg - Wie muss der Priester von heute sein? Der Präsident der Europäischen Bischofskonferenzen hat ein ganz bestimmtes Profil vor Augen.

Europas Bischöfe haben ihr Bekenntnis zu einem menschen- und gemeindenahen Priestertum betont. "Der Priester steht nicht über dem Volk Gottes oder außerhalb davon, sondern lebt in ihm und steht in seinem Dienst", erklärte der Präsident des Rats der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE), Erzbischof Gintaras Grusas, laut der österreichischen Presseagentur Kathpress am Mittwoch. Grusas äußerte sich zum Beginn der diesjährigen CCEE-Vollversammlung.

Dass bei diesem Treffen der Fokus auf die Priester gerichtet sei, bedeute nicht, sich auf die Frage zu beschränken, wie man eine größere Zahl von Priestern erreichen könnte. Vielmehr gehe es darum, "welche Art von Priester heute in einer Kirche und einem Europa, die sich tiefgreifend verändert haben, von Bedeutung sein kann", so Grusas weiter. "Der Priester ist kein Verwalter von Strukturen oder alleiniger Leiter vielfältiger Aktivitäten. Er ist ein mit Christus vereinter Mensch, ein Freund Gottes und seiner Brüder und Schwestern, ein nahbarer und barmherziger Seelsorger, ein Zeichen der Treue, des Dienstes und der Brüderlichkeit."

Synodalität sei eine Hilfe, "die beziehungsorientierte Identität des geweihten Amtes wiederzuentdecken", führte der CCEE-Präsident aus. Gemeinsam mit den Bischöfen sowie allen weiteren geweihten Personen und den gläubigen Laien sei er "der Katalysator, der den Evangelisierungsauftrag der Familien fördert". Vor diesem Hintergrund würden sich die Fragen nach der Auswahl, Ausbildung und Begleitung von Priestern stellen.

Christliches Engagement für Flüchtlinge

Neben Priestertum und Synodalität hob der litauische Erzbischof in seiner Eröffnungsrede auch den Einsatz für Frieden und Flüchtlinge, insbesondere vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine, hervor. Bereits zum Beginn der russischen Großinvasion im Februar 2022 habe sich der Rat der Bischofskonferenzen für Dialog und Verhandlungen eingesetzt. Menschen, die vor Kriegen flüchteten, bräuchten sichere Wege und ihnen müssten ernsthafte Aufnahme- und Integrationsmöglichkeiten eröffnet werden. "Auch hier sind christliche Gemeinschaften und ihre Priester aufgerufen, Begegnungen zu fördern, Ängste zu überwinden und die Aufnahme in eine verantwortungsvolle Zugehörigkeit zu verwandeln", betonte Grusas.

Die CCEE-Vollversammlung findet erstmals in Salzburg statt. Bei dem Treffen werden am Donnerstag turnusmäßig der neue Vorsitzende und ein neues Präsidium gewählt. Neben den Bischofskonferenz-Vorsitzenden Europas nehmen auch der Präfekt des vatikanischen Klerusdikasteriums, Kardinal Lazzaro You Heung-sik, der Generalsekretär der Weltsynode, Kardinal Mario Grech, sowie der italienische Kurienerzbischof Filippo Iannone, der höchste Vatikanbeamte für die Bischöfe, an der Tagung teil.

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