Bischof nach Sturz bei Fronleichnamsritt in Klinik
Der Erzbischof von Brindisi, Domenico Caliandro (70), muss nach einem Sturz vom Pferd während einer Prozession weiter im Krankenhaus bleiben. Neben zwei Rippenbrüchen zog sich der Oberhirte einen gestauchten Wirbel und eine ausgerenkte Schulter sowie Blessuren an der Nase zu, wie die italienische Online-Zeitung "Piazza Salento" (Dienstag) meldete.
Caliandro war am Sonntag in Brindisi bei einem traditionellen Fronleichnamsritt mit dem Allerheiligsten vom Pferd gerutscht und aufs Pflaster gestürzt. Das Reitermagazin "Cavallo" (Onlineausgabe Dienstag) vermutete nach einer Analyse von Videobildern einen zu lockeren Sattelgurt als Unglücksursache. Das Pferd treffe keine Schuld.
Die Prozession, bei der der Erzbischof von Brindisi eine Monstranz mit der gewandelten Hostie reitend durch die Stadt trägt, findet seit 1254 statt. Seinen Ursprung hat die Tradition im Schiffbruch des Ludwigs IX. (1214-1270) auf der Rückkehr von seinem glücklosen Kreuzzug. Da der französische König zu Andachtszwecken eine konsekrierte Hostie an Bord mitführte, ritt Bischof Pietro (vor 1236-1267) zu dem südlich von Brindisi gestrandeten Schiff hinaus, um das als Leib Christi verehrte Sakrament zu bergen.
Dieses Ereignis wurde später mit dem Umzug zu Fronleichnam verbunden. In Anlehnung an den Umstand, dass Bischof Pietro vermutlich ein Maultier oder einen Falben benutzte, kommt bei der Prozession in Brindisi stets ein graues Pferd zum Einsatz. (KNA)