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Keine "optionale Freizeitbeschäftigung"

Caritas-Chef: Was Priesterausbildung Seminaristen auch lehren muss

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Salzburg - Die europäischen Bischöfe diskutieren derzeit über das Priesteramt. Der Caritas-Europa-Präsident nennt einen Aspekt, der ihm bislang zu kurz kommt.

Begegnungen mit Menschen, die Armut oder Ausgrenzung erfahren, gehören nach Ansicht von Caritas-Europa-Präsident Michael Landau in die Priesterausbildung. "Die Priesterausbildung muss den Seminaristen lehren, nicht nur über die Armen zu sprechen, sondern ihnen zu begegnen", sagte er bei der Vollversammlung des Rats der Europäischen Bischofskonferenzen am Mittwoch in Salzburg.

Solche Begegnungen könnten für angehende Diakone und Priester tiefgreifend prägend und transformierend sein, führte Landau aus, der selbst Priester in der Erzdiözese Wien ist. Praktische Erfahrungen der Nächstenliebe sollten im Priesterseminar nicht als "optionale Freizeitbeschäftigung" betrachtet werden. Richtig konzipiert, begleitet und in die spirituelle und pastorale Ausbildung integriert, könnten sie ein wesentlicher Bestandteil der Berufungsfindung zum Priestertum werden.

Kooperationen erforderlich

Eine solche praktische Ausbildung erfordere die bewusste Zusammenarbeit zwischen Bischöfen, Priesterseminaren und Caritas beziehungsweise anderen karitativen Organisationen. Der Caritas-Europa-Präsident sagte, Caritas sei keine optionale Tätigkeit der Kirche, sondern gehöre zu ihrem Wesen und somit auch zum Verantwortungsbereich der Bischöfe. "Die Caritas ist gewissermaßen ihr Instrument, durch das der Bischof und die Ortskirche ihre Verantwortung wahrnehmen, zu lieben, zu dienen und die Würde jedes Menschen zu verteidigen", so Landau vor den Vorsitzenden der Bischofskonferenzen in Europa.

"Der Bischof ist als Hirte und als Vater der Armen die erste verantwortliche Person für die Nächstenliebe" in einer Diözese und in der kirchlichen Organisation, betonte Landau. Daher sollten die bischöflichen und kirchlichen Prioritäten diese Verantwortung widerspiegeln. Priester sollten ermutigt werden, mit der örtlichen Caritas oder anderen katholischen Hilfsorganisationen zusammenzuarbeiten. Ausbildungsprogramme müssten die soziale und karitative Mission der Kirche verbindlich miteinbeziehen.

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