Das sind die kuriosesten Rosenkränze
1. Ein Rosenkranz zum Durchlaufen
Der "Rosary of Lebanon" ist der mit Abstand größte Rosenkranz der Welt. Im libanesischen Deir el Ahmar reihen sich 59 "Perlen" aneinander – beleuchtete Betonelemente, die als Kapellen dienen. Jede Perle ist rund fünf Meter lang und drei Meter breit und wie ein Schlauch angelegt, sodass man betend durch sie hindurchgehen kann. Ganze 600 Meter misst der Fußweg durch den gigantischen Rosenkranz. Kurios: Die Idee zum Bau hatte ein libanesischer Zahntechniker 2006 auf einer Pilgerreise nach Medjugorje in Bosnien-Herzegowina. Das französische Portal "Aleteia" berichtet, die Polizei habe ihn dort wegen einer Namensverwechslung verhaftet. Während der Zeit in Untersuchungshaft sei ihm dann die Eingebung gekommen, einen begehbaren Rosenkranz in der libanesischen Berglandschaft zu errichten.
2. Lourdes to go
Dieser antike Rosenkranz aus geschnitzten Knochen birgt ein Geheimnis. Denn die im Kreuz verbaute Linse zeigt Mikrofotografien des Wallfahrtsorts Lourdes. René Dagron, ein französischer Fotograf, patentierte die entsprechende Technik im Jahr 1859. Das sogenannte "Stanhope Objektiv" kombiniert eine Mikrofotografie mit einer vergrößernden Linse. Für die folgenden hundert Jahre erfreuten sich zahlreiche Produzenten religiöser Objekte der Möglichkeit, Bilder von Wallfahrtsorten oder Heiligen in ihre Rosenkränze zu integrieren.
3. Wortwörtliche "Waffen des Lichts!"
Der heilige Joseph gilt als Dämonenschreck. Als Ehemann und Vater hat er Maria und Jesus beschützt. Deswegen soll seine Fürsprache auch heute noch die ganze Kirche gegen die Finsternis verteidigen. Wer noch schwerere Geschütze gegen das Böse auffahren will, könnte zu diesem Rosenkranz greifen. Father Steven aus der Gemeinde Saint Thomas the Apostle in Phoenix (Arizona) bastelt in seiner Freizeit Rosenkränze aus Patronenhülsen – und verkauft sie explizit zur spirituellen Selbstverteidigung.
4. Memento mori
Dieser deutsche Rosenkranz aus dem 16. Jahrhundert zeigt die Vergänglichkeit des Seins. Die Vorderseiten der Gebetsperlen präsentieren wohlgenährte Bürger. Doch der eigentliche Effekt zeigt sich beim Umdrehen: Auf der Rückseite sind deren Skelette abgebildet. Die Fertigung aus Elfenbein liegt im Met Museum New York und sollte den Betenden an die Flüchtigkeit des irdischen Reichtums erinnern.
5. Doppelt hält besser
Das Gefühl von Rosenkranz-Perlen, die durch die Finger gleiten, gilt als meditativ. Rosenkränze aus Rosenblüten sollen beim Beten gleich mehrere Sinne ansprechen. Denn der Rosenduft kann einen zusätzlichen Entspannungseffekt haben. Das passt gut zur Geschichte der Rosenkränze: Der Name "Rosenkranz" leitet sich von der Rose, dem Symbol für Maria ab. Manche Forscher vermuten sogar, dass auch die ersten Rosenkränze aus Rosenblüten bestanden. Wie man selbst einen Rosenkranz aus Rosenblüten herstellt, zeigt dieses Video auf dem YouTube-Kanal von katholisch.de.
6. Kunst im Kleinen
Diese spanische Rosenkranzperle aus dem 16. Jahrhundert ist einer Muschel nachempfunden. Solche kunstvoll gestalteten Perlen konnten an einem Rosenkranz befestigt werden, um während des Gebets biblische Szenen zu betrachten. Das Metropolitan Art Museum vermutet, dass diese Anfertigung für lange Pilgerreisen gedacht war. Doch erst beim Aufklappen offenbart die Perle ihren Schatz: Eine Darstellung der Kreuzigung und Auferstehung Jesu. Das Exemplar ist nur rund elf Zentimeter hoch.
7. Heiße Steine
Selbstverständlichen dürfen auch Rosenkränze modisch sein. Dabei sind der Fantasie anscheinend keine Grenzen gesetzt. Die Perlen dieses Exemplars etwa bestehen aus echten Lavasteinen des Vesuvs. Die gereinigten und professionell aufbereiteten Perlen sollen für Beständigkeit stehen. Außerdem sei während der Herstellung des Rosenkranzes gebetet worden. Schaden tut das sicher nicht.