Diözese will Bischofshaus verkaufen – Geld für Schwangerenberatung
Das Bistum Belleville im US-Bundesstaat Illinois will das Bischofshaus verkaufen. Der Entscheidung seien viele Gespräche mit Priestern und Laien vorausgegangen, heißt es in einer Mitteilung der Diözese vom Dienstag, über die verschiedene Medien berichten. Den ausschlaggebenden Impuls habe jedoch die Entscheidung des Obersten Gerichts der USA zum Abtreibungsrecht gegeben.
Der Erlös aus dem 160 Jahre alten Hauses mit 13 Zimmern soll den bistumseigenen Schwangerschaftsberatungszentren zugutekommen, so das Bistum. "Wir müssen junge Schwangere begleiten und ihnen auf der Seite des Lebens helfen", sagte ein Sprecher der Zeitung "Post-Dispatch". Ein weiterer Teil des Erlöses fließe an die Jugend- und Bildungsarbeit sowie die Evangelisierung.
Bischof zieht ins Pfarrhaus
Im Staat Illinois wird die Debatte um Abtreibungen derzeit unter besonderen Vorzeichen geführt, seitdem der Oberste Gerichtshof die Gesetzgebungskompetenz über das Abtreibungsrecht auf die Ebene der Bundesstaaten delegiert hat. In vielen Anrainerstaaten sind Abtreibungen entweder gar nicht mehr oder nur noch sehr eingeschränkt möglich. Illinois ist in der Umgebung einer der wenigen Bundesstaaten, in denen es noch Kliniken gibt, die Abtreibungen durchführen. Angesichts dessen "müssen alle Einwohner von Illinois schwangeren Frauen helfen, dass sie ihre Kinder willkommen heißen, auch unter sehr schwierigen Umständen", so Bischof Michael McGovern in einem Statement. Der Oberhirte selbst wird in das Pfarrhaus der Kathedrale ziehen und sich dadurch räumlich verkleinern.
Das heutige Bischofshaus wurde in den 1860er Jahren gebaut und dient der Diözese seit 1948 in der heutigen Funktion. Wie viel die Immobilie kosten soll, ist noch nicht bekannt. (cph)