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Motu proprio "Traditionis custodes" wurde vor einem Jahr veröffentlicht

Erzdiözese Washington untersagt vorkonziliare Messe

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Washinton - In den USA hat die vorkonziliare Messe viele Anhänger, umso deutlicher zeigen sich dort die Folgen von "Traditionis custodes". Washingtons Kardinal Wilton Gregory hat die Feier des Ritus vor dem Konzil nun in Pfarreien untersagt.

Der Erzbischof von Washington, Kardinal Wilton Gregory, hat die Feier der Messe nach den Messbüchern aus der Zeit vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) in Pfarreien der Erzdiözese Washington untersagt. Nach den am Freitag erlassenen Richtlinien darf ab dem 21. September die Sonntagsmesse nur noch in drei Kirchen außerhalb der Pfarrgemeinden nach der früheren Form gefeiert werden. Priester müssen dafür eine schriftliche Erlaubnis beantragen.

2007 hatte der damalige Papst Benedikt XVI. die Feier der vorkonziliaren Form der Messe in seinem Erlass "Summorum pontificum" als "außerordentliche Form des römischen Ritus" neben der "ordentlichen Form", also jener nach den aktuellen Messbüchern, erleichtert. Sein Nachfolger Franziskus hatte dagegen in seinem Motu proprio "Traditionis custodes" vergangenes Jahr die Form des Ritus nach dem Konzil als "einzige Ausdrucksweise" des Römischen Messritus festgelegt und die Feier der vorkonziliaren Fom deutlich eingeschränkt. Die Messe nach den Büchern von 1962 darf demnach nur noch unter besonderen Voraussetzungen gefeiert werden.

"Ad orientem" unter Genehmigungsvorbehalt

In den washingtoner Richtlinien fordert Gregory von den Zelebranten der vorkonziliaren Liturgie explizit, sich zum Zweiten Vatikanum zu bekennen (Art. 1). Damit werden die Vorgaben aus "Traditionis custodes" besonders explizit umgesetzt. Zudem wird die eigentlich zulässige Zelebrationsrichtung "ad orientem", also mit dem Rücken zu den Gläubigen, in der nachkonziliaren Liturgie nun unter Genehmigungsvorbehalt stellt.

Die neuen Richtlinien in Washington seien ein Versuch, so Kardinal Gregory, die Entscheidung von Papst Franziskus umzusetzen und zugleich Katholiken zu unterstützen, die die Tradition der alten Form der Messe schätzten. Das neue Verbot soll den Angaben zufolge in drei Jahren neu bewertet werden. (cph/KNA)

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