Falschmeldung über Missbrauchs-Priester
Eine seit Mittwoch verbreitete Nachricht über einen mexikanischen Priester, der sich an 30 Mädchen vergangen haben soll, ist falsch. Die auf Facebook seitdem 3.500 Mal geteilte Geschichte kursiert bereits seit September 2016 auf diversen Websites. Die englischsprachige Nachrichtenagentur Catholic News Agency (CNA) berichtete damals über die Falschmeldung. Sie geht ursprünglich auf das Hacker-Kollektiv "Anonymous Mexico" zurück, die diesen Fall angeblich aufdeckten. Mehrere spanische Medien nahmen die Meldung zunächst auf und löschten siespäter wieder.
Der Missbrauchs-Priester, der zum Erzbistum Mexiko gehören soll, ist dort laut CNA jedoch unbekannt. "Der angebliche Priester gehört nicht zum Erzbistum Mexiko - wie Anonymous Mexiko behauptet – (…)", so dessen Pressesprecher Hugo Valdemar Romero. Auch im Erzbistum Oaxaca, in dem die Missbrauchsfälle passiert sein sollen, kennt der Erzbischof den angeblichen Priester nicht.
Der angebliche Priester gehört nicht zum Erzbistum Mexiko.
Pressesprecher des Erzbistums Mexiko Hugo Valdemar Romero
Obwohl dieser Fall Monate zurückliegt, berichten einige deutschsprachige Seiten wie die seit Mittwoch wieder darüber. Es heißt, dass der mexikanische Priester Jose Ataulfo Garcia 30 Kinder der indigenen Gemeinschaft von Oaxaca missbraucht haben soll und selbst HIV-positiv sei. Von der Kirche soll ihm angeblich vergeben und keine Straffanzeige gestellt worden sein. Mit dem Verweis auf angebliche Quellen wie "Washington Standard" versuchen die Verfasser der Falschmeldung diese Nachricht als seriös darzustellen. Anhand von diversen Verifikationstools lässt sich leicht die Unwahrheit feststellen. Hier finden sich zahlreiche unseriöse Websites, die sich als Nachrichtenseiten ausgeben. Sie sind etwa am fehlenden Impressum, das für Betreiber gesetzlich verpflichtend ist, zu erkennen. (jcm)
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