Große Wandmalerei in Residenz der Äbte von Sankt Gallen entdeckt
Im historischen Hof zu Wil ist eine große Wandmalerei aus dem 16. Jahrhundert entdeckt worden. Das Renaissance-Bildnis von 1543 ließ der damalige Fürstabt von Sankt Gallen für seine Residenz malen, wie das Portal "kath.ch" berichtet. Es sei seit 1602 von einer barocken Wandverkleidung verdeckt gewesen und zeuge von einer sehr wertvollen Ausstattung der Zeit, wird Kunsthistorikerin Annina De Carli zitiert. Bislang sei erst eine Szene des großen Gemäldes freigelegt.
Der über 800 Jahre alte Gebäudekomplex in der Altstadt von Wil wird seit Jahren in mehreren Etappen restauriert. Über Jahrhunderte war der Hof die Nebenresidenz der Sankt Galler Fürstäbte. Es sei selten, dass eine Wandmalerei über so lange Zeit unverfälscht erhalten bleibt, sagte De Carli. Sehr oft seien Wandmalereien entsprechend der Mode der Zeit übermalt statt abgedeckt worden und befänden sich dann in wesentlich schlechterem Zustand. Das Freilegen solcher Bilder sei dann jeweils sehr aufwendig oder gar nicht mehr möglich.
Das Wandbild, beauftragt vom damaligen Hausherrn und Fürstabt Diethelm Blarer von Wartensee, zeigt laut Bericht den auferstandenen Christus mit Kreuzstab und Fahne. Daneben steht ein Mann ohne Kopfbedeckung, gekleidet in Mantel und Umhang, mit einem Fisch im Arm. De Carli vermutet, es könnten noch andere Szenen aus Passionsgeschichte oder Auferstehungszyklus zum Vorschein kommen. (KNA)