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Christenverfolgung sei verbindendes Element der Konfessionen

Kardinal Koch: Haben gegenwärtig "Ökumene aus Blut"

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Portrait of Cardinal Kurt Koch
Bonn - Christen sind heute die am stärksten verfolgte Religion der Welt – das steht für Kurienkardinal Kurt Koch fest. Welcher Konfession die Verfolgten seien, das sei für die Peiniger zweitrangig. So gebe es eine Ökumene der Märtyrer.

Aus Sicht von Kurienkardinal Kurt Koch ist in der Gegenwart das Martyrium ein verbindender Moment zwischen den christlichen Konfessionen. Würden Christen heute verfolgt, geschehe das nicht, weil sie einer bestimmten Glaubensrichtung angehörten, sondern einfach, weil sie Christen seien. Das sagte der Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen in dieser Woche bei einer internationalen Konferenz über Sklaverei in Genf. Wörtlich sagte Koch nach Angaben des Schweizer Internetportals "kath.ch", heutzutage sei "das Martyrium ökumenisch: Wir sind in der Gegenwart einer wahren Ökumene der Märtyrer, einer Ökumene aus Blut."

Koch: Heute mehr Märtyrer als in den ersten Jahrhunderten

Am Übergang zwischen dem zweiten und dritten Jahrtausend sei die Kirche in einem "beispiellosen Ausmaß" zu einer "Kirche der Märtyrer" geworden, so Koch weiter. Es gebe mehr Märtyrer als zur Zeit der Christenverfolgungen in den ersten Jahrhunderten des Christentums. Die Christen seien die am meisten verfolgte Religion der Welt.

Koch bezeichnete es als "Glück", dass die verschiedenen Konfessionen heute ihre Märtyrer gegenseitig anerkennen. Dies sei nicht immer so gewesen. Nach dem Großen Schisma von 1054 habe jede christliche Kirche nur ihre eigenen Märtyrer anerkannt. Erst mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil habe sich das wieder geändert. Auch dem heiligen Papst Johannes Paul II. sei die gegenseitige Anerkennung der Märtyrer ein großes Anliegen gewesen. In seiner Enzyklika "Ut unum sint" ("Dass sie eins seien") über die Ökumene aus dem Jahr 1995 habe der polnische Papst sich auch zum "Ökumenismus der Märtyrer" geäußert, so Koch: "Er hoffte, dass die Märtyrer den Christen helfen würden, die volle Gemeinschaft zu finden."

Die Konferenz über den Kampf gegen Sklaverei stand unter der Schirmherrschaft von Papst Franziskus und António Guterres, dem Generalsekretär der Vereinten Nationen. Sie wurde von dem Schweizer Verein "Forum Engelberg" organisiert, der nach eigenen Angaben seit über 25 Jahren jährlich wissenschaftliche Tagungen zum Austausch über große gesellschaftliche Fragen veranstaltet. (gho)

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