Kardinal Koch: Konflikt beeinflusst Dialog mit Vatikan
Aus Sicht des Präsidenten des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Kardinal Kurt Koch, beeinflusst der Streit in der orthodoxen Kirche auch die Zusammenarbeit mit dem Vatikan. "Man wird davon ausgehen müssen, dass der Konflikt zwischen Moskau und Konstantinopel auch Konsequenzen für den ökumenischen Dialog mit unserer Kirche haben wird", sagte Koch der katholischen Wochenzeitung "Die Tagespost".
Der Schweizer Kurienkardinal verwies darauf, dass das Patriarchat der russischen Orthodoxie entschieden habe, "dass seine Repräsentanten nicht an Sitzungen teilnehmen werden, die von Repräsentanten des Ökumenischen Patriarchats co-präsidiert werden". Es sei damit zu rechnen, dass dies auch für die Gemischte Internationale Kommission für den theologischen Dialog zwischen der römisch-katholischen Kirche und der orthodoxen Kirche gelte, so Koch.
Koch: Einheit der orthodoxen Kirche auf für Katholiken wichtig
Der vatikanische Ökumene-Beauftragte betonte, aus katholischer Sicht handele es sich um einen "in der Orthodoxie internen Konflikt". Koch sicherte Gebete für eine Lösung des Streits zu: Die Einheit der orthodoxen Kirche sei auch für Katholiken ein wichtiges Anliegen – "gemäß dem ökumenischen Lebensprinzip, dass dort, wo ein Glied des Leibes Christi leidet, die anderen Glieder mitleiden".
Die russisch-orthodoxe Kirche hatte Mitte September harte Sanktionen gegen das Patriarchat von Konstantinopel verhängt. Sie verbot ihren Bischöfen die Konzelebration mit Bischöfen von Konstantinopel sowie die Mitarbeit in kirchlichen Gremien, die von Konstantinopel geleitet werden. Vorausgegangen war die Entsendung zweier Bischöfe durch Bartholomaios I. in die Ukraine. Sie sollen dort die Bildung einer autokephalen (eigenständigen) Kirche vorbereiten. (KNA)