Kardinal Turkson: Kenne Bischöfe, die den Klimawandel leugnen
Auch zehn Jahre nach ihrer Veröffentlichung ist die Umweltenzyklika "Laudato Si'" nach Ansicht von Kurienkardinal Peter Turkson nicht bei allen in der Kirche angekommen. "Ich kenne Bischöfe und Priester, die den Klimawandel leugnen und das Thema für irrelevant halten. Für sie existiert das Dokument nicht", sagte Turkson in einem Interview auf "Vatican News" (Dienstag). Die Kirche habe mit "Laudato Si'" ein "glaubwürdiges Instrument" geschaffen, so Turkson. "Und viele von uns, die es vertreten, tun dies mit großer Überzeugung." Der Text des verstorbenen Kirchenoberhaupts sei ein "wissenschaftlich fundiertes Dokument – mit theologischer Tiefe und einem starken gesellschaftlichen Appell". Es sei "kein politisches Manifest, sondern ein Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenleben".
Er selbst versuche, den Umweltschutz auch in seinem Leben zu etablieren, sagte der Kanzler der beiden Päpstlichen Akademien für Wissenschaften und für Sozialwissenschaften – ohne jedoch ins Detail zu gehen. "Wenn ich über Umweltschutz spreche, dann lebe ich ihn auch. Wer etwas predigt und anders handelt, lebt in Widerspruch zu sich selbst", so der aus Ghana stammende Kardinal. "Das darf nicht sein – weder für mich noch für jemanden, der im Namen der Kirche spricht."
Die Frage der Ökologie sei für gläubige Menschen geradezu von zentraler Bedeutung, führte der Kardinal aus. So sei etwa die gesamte Liturgie von Elementen der Schöpfung durchdrungen, da mit Wasser getauft und mit Brot und Wein die Eucharistie gefeiert werde. "Ein Christ, der die Schöpfung nicht achtet oder gar ausbeutet, lebt nicht im Einklang mit seinem Glauben", so Turkson. "Wer an Gott glaubt, muss auch seine Schöpfung achten." (cbr)