Lourdes: Zahl der Taschendiebstähle hat sich mehr als verdoppelt
Im französischen Wallfahrtsort Lourdes hat sich die Zahl der Taschendiebstähle im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Waren es 2018 in den ersten neun Monaten 117 Fälle, wurden von Januar bis September 2019 274 Taschendiebstähle verzeichnet, sagte der örtliche Staatsanwalt Pierre Aurignac am Donnerstag der französischen Nachrichtenagentur AFP. Demnach handele es sich dabei um eine "statistische Explosion". Die meisten Diebstähle fänden in den Straßen in der Nähe des Heiligtums statt, wo sich die Läden der Devotionalienhändler befinden.
Philippe Subercaze, ein für Sicherheit zuständiger Mitarbeiter der Stadt, macht die Sorglosigkeit der Pilger für den Anstieg verantwortlich. "Viele Leute denken, dass ihnen in Lourdes nichts passieren kann, und lassen ihre Handtaschen weiter offen als in Paris", sagte er. Sie glaubten, die Muttergottes beschützte sie.
"Sehr gut organisierte Profis"
Hinter den Diebstählen stecken laut Subercaze regelrechte Banden. Diese seien "sehr gut organisierte Profis", so der städtische Sicherheitsbeauftragte. "Sie kommen in Schwärmen an und verändern sich ständig." Sobald eines der Mitglieder identifiziert oder verhaftet werde, komme Ersatz. "Es ist ein Katz-und-Maus-Spiel." Seit vergangenem Jahr hätten die lokalen Behörden rund 50 Überwachungskameras installiert, berichtet die AFP. Die zuständigen Behörden der Kirche hätten weitere in der Nähe des Heiligtums eingerichtet.
Lourdes ist einer der berühmtesten und meistbesuchten Wallfahrtsorte der Welt. In der Kleinstadt in den französischen Pyrenäen ist im Jahr 1858 dem damals 14-jährigen Hirtenmädchen Bernadette Soubirous mehrfach die Muttergottes erschienen. Den Angaben der Verantwortlichen zufolge kommen mehrere Millionen Pilger jährlich nach Lourdes. (mal)