Suche
Hintergrund sind Aussagen zu Alkohol

Malaysia: Bibelstreit zwischen Christen und Muslimen

Dieser Inhalt ist nur erlaubt, wenn Sie Cookies vom Typ "readspeaker" zulassen.

Bibel in einem Bücherregal in Malaysia.
Kuala Lumpur - Der Streit geht zurück auf eine Parlamentsdebatte über Strafen für Fahren unter Alkoholeinfluss. Ein Abgeordneter hatte behauptet, in allen großen Religionen sei Alkohol verboten. Nur die Bibel sei diesbezüglich eben gefälscht.

Im mehrheitlich islamischen Malaysia ist zwischen Christen und Muslimen ein Streit über die Bibel entbrannt. Der Abgeordnete Nik Muhammad Zawawi Salleh von der islamischen Regierungspartei PAS wies die Forderung von Erzbischof Simon Poh nach einer Entschuldigung für seine Aussage zurück, die Bibel sei "gefälscht". Das berichtete das unabhängige Onlineportal Malaysiakini am Wochenende. Die PAS ist Juniorpartner in der Koalition von Premierminister Muhyiddin Yassin.

Bibel gefälscht?

Der Streit geht auf eine Parlamentsdebatte über strengere Strafen für Fahren unter Alkoholeinfluss zurück. In einem Redebeitrag hatte Salleh betont, Alkohol sei in allen Religionen verboten; im Christentum sei dies jedoch durch Fälschungen und Änderungen aus der Bibel entfernt worden.

Der katholische Erzbischof Poh, der auch Vorsitzender der "Vereinigung der Kirchen in Sarawak" (ACS) ist, verurteilte die Behauptung als "Beleidigung" und Missachtung der in der Verfassung garantierten Religionsfreiheit und verlangte eine Entschuldigung. Salleh, der an der jordanischen Al Al-Bayt Universität sowie in Malaysia Philosophie und Vergleichende Religionswissenschaft studiert hat, wies das Ansinnen zurück.

Mehr als 60 Prozent der Christen Malaysias leben in den beiden Borneo-Staaten Sarawak und Sabah. Der Genuss von Wein im Christentum ist im Neuen Testament gut dokumentiert. Jesus hat Wasser in Wein verwandelt. Zudem ist Wein in den Gottesdiensten als Opfergabe neben dem Brot das zentrale Element der heiligen Wandlung. (KNA)

kna-katholisch-swarm-node1 (0.012s)