Mehr Erwachsenentaufen, weniger Priester in Belgien
In Belgien lassen sich immer mehr Erwachsene katholisch taufen. Im vergangenen Jahr gab es im Nachbarland 534 Erwachsenentaufen und damit eine Zunahme von fast 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Jahresbericht der katholischen Kirche in Belgien hervor. Fünf Jahre zuvor ließen sich 162 Erwachsene dort taufen.
Insgesamt geht die Zahl der Taufen deutlich zurück. Im vergangenen Jahr waren es 27.666 Taufen, fünf Jahre zuvor noch etwa ein Drittel mehr. Eine rückläufige Tendenz zeigt sich auch bei anderen Sakramenten wie der Erstkommunion, Firmung und Hochzeit.
Der Bericht verzeichnet im Vergleich der vergangenen Jahre auch immer weniger Diözesanpriester. Im vergangenen Jahr waren gut 1.600 Männer Priester eines Bistums, fünf Jahre zuvor waren es knapp 20 Prozent mehr. Die Zahl der Seminaristen in den acht belgischen Bistümern hat sich im gleichen Zeitraum fast halbiert. 2025 waren es 26.
Boom bei Erwachsenentaufen in Frankreich
In den vergangenen Jahren berichteten einige europäische Länder über ein wachsendes Interesse Erwachsener an einer Taufe. Gerade in Frankreich gab es einen sogenannten Boom bei Erwachsenentaufen. Dort machen sie mittlerweile rund zehn Prozent aller Taufen in der katholischen Kirche aus.
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Heiner Wilmer, sagte im Oktober, in Deutschland gebe es ein Plus von 28 Prozent bei den Erwachsenentaufen. Insgesamt geht auch in Deutschland laut offizieller Statistik die Zahl der Taufen seit Jahren zurück. 2025 gab es bundesweit 109.000 Taufen.