Missio: Habeck muss in Indien für religiöse Toleranz werben
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) soll nach Ansicht des Internationalen katholischen Missionswerks missio bei seiner derzeitigen Indienreise für mehr religiöse Toleranz in den Land werben. "Die Lage religiöser Minderheiten in Indien wird immer schwieriger", erklärte das Hilfswerk am Mittwoch in Aachen. Hindunationalistische Bewegungen, die Premierminister Narendra Modi nahestehen, setzten vor allem christliche und muslimische Minderheiten immer stärker unter Druck.
Laut missio haben staatliche Maßnahmen wie sogenannte Antikonversionsgesetze sowie politisch gezielt gesteuerte gewalttätige Übergriffe gegen Menschen und Einrichtungen religiöser Minderheiten eine gesellschaftliche Atmosphäre der Einschüchterung geschaffen. Der Missbrauch von Religion verletze nicht allein die Menschenrechte, sondern destabilisiere auch dauerhaft die öffentliche Sicherheit, so ein missio-Sprecher. "Dies wiederum schreckt ausländische Investoren ab. Diesen Zusammenhang sollte die Bundesregierung den indischen Gesprächspartnern klarmachen, um Anreize für den Schutz von Minderheiten zu setzen."
Aktuell erschüttern laut missio im nordostindischen Bundesstaat Manipur ökonomisch verursachte ethnische Konflikte das Land. Die Gruppen der mehrheitlich christlichen Naga und Kuki sowie der vorwiegend hinduistischen Meitei stritten um Landrechte. Hindunationalisten versuchten dabei, den historisch schon länger schwelenden Konflikt religiös aufzuladen. (KNA)