Suche
Oberhirte hatte wegen "zu großer Belastung" auf Amt verzichtet

Nach vorzeitigem Rücktritt: Untersuchung sieht Fehlerkette bei Bischof

Dieser Inhalt ist nur erlaubt, wenn Sie Cookies vom Typ "readspeaker" zulassen.

Newcastle - Der Rücktritt des erst 66-jährigen englischen Bischofs Robert Byrne führte zu einigen Spekulationen über die Hintergründe. Sogar von angeblichen "Sex-Partys" war die Rede. Nun sind die Ergebnisse der vatikanischen Untersuchung bekannt.

Der Ende vergangenen Jahres vorzeitig zurückgetretene Bischof der englischen Diözese Hexham und Newcastle, Robert Byrne, hat sich laut einer vatikanischen Untersuchung eine "Kette von Fehlentscheidungen" geleistet, die seine Position unhaltbar machten. In einer am Mittwoch veröffentlichten Zusammenfassung der Ergebnisse schreibt der Liverpooler Erzbischof Patrick McMahon, dass Byrne selbst nicht in der Lage gewesen sei, einen Weg nach vorne zu sehen. Das habe deutlich gemacht, dass er den Anforderungen seines Amts nicht gewachsen sei. Gleichzeitig wies McMahon Spekulationen zurück, Byrnes Rücktritt stehe im Zusammenhang mit angeblichen "unzüchtigen Partys" eines Geistlichen während der Corona-Pandemie, da es solche nie gegeben habe.

Mitte Dezember hatte Papst Franziskus das Rücktrittsgesuch des zu jenem Zeitpunkt 66-jährigen Byrne akzeptiert. Der Bischof nannte in einem Schreiben an seine Diözese eine "zu große Belastung" als Grund. Erzbischof McMahon übernahm übergangsweise die Bistumsleitung. Im Januar gab dieser bekannt, dass ihn die vatikanische Bischofsbehörde beauftragt habe, die Umstände des vorzeitigen Amtsverzichts von Byrne zu untersuchen. In diesem Zusammenhang referierten Medien Gerüchte, wonach ein vom ihm installierter Geistlicher während der Corona-Zeit in seiner Wohnung im Kathedralbezirk eine Sex-Party veranstaltet habe. 2021 hatte sich der Priester das Leben genommen, kurz bevor die Polizei ihn wegen eines früheren Falls von Kindesmissbrauch verhören wollte.

Mehrere "Schlüsselthemen"

Der Bericht an das Bischofsdikasterium identifiziere einige "Schlüsselthemen", so McMahon in seiner Zusammenfassung weiter. So sei der Verkauf des Bischofshauses und der Kauf eines Ersatzhauses umstritten gewesen, da der Eindruck entstanden sei, Byrne wolle in eine gehobene Gegend ziehen, obwohl er "in ein Gebäude hätte umziehen können, das seinen und den Bedürfnissen seiner Diözese in einer weniger auffälligen Gegend zu geringeren Kosten dient". Als weiterer Punkt wird die Berufung des Geistlichen genannt, der später Suizid beging. Dieser sei installiert worden, obwohl er im Bezug auf Missbrauch aktenkundig gewesen sei. Stattdessen hätte Bischof Byrne besser darauf achten können, dass der Priester aufgrund der aufgeworfenen Sicherheitsbedenken angemessen betreut werde, betont McMahon.

Die Behauptungen, der Geistliche habe anstößige Partys veranstaltet, bezeichnete der Liverpooler Erzbischof als "einfach unwahr". Stattdessen hätten Freiwillige, die bei der wegen der Covid-Pandemie nötigen Reinigung der Kirche nach Gottesdiensten halfen, im Haus der Kathedrale gelegentlich eine Mahlzeit zum Mitnehmen und ein Glas Wein bekommen. Da zu dieser Zeit strenge Hygiene-Vorschriften gegolten haben, sei ein Bericht an die Polizei erstellt worden. Diese habe aber keine weiteren Aktionen ergriffen. Bischof Byrne sei bei keiner dieser Zusammenkünfte anwesend gewesen. (mal)

5.5., 14:25 Uhr: Letzter Satz des ersten Absatzes präzisiert.

kna-katholisch-swarm-node3 (0.012s)