Österreichs Diözesen gehen gegen Diebstahl vor
Österreichs katholische Bistümer wappnen sich "mit wachsendem Erfolg" gegen Diebe und Einbrecher. Einen Überblick über Eigentumsdelikte in Kirchen und Gegenmaßnahmen gaben die "Salzburger Nachrichten" (Freitag) unter dem Titel "Kirchen wollen keine Selbstbedienungsläden sein".
Kriminelle haben demnach nicht nur Sakralkunst wie Kruzifixe, Weihwasserbrunnen, Marienstatuen, Engel, Monstranzen, Hostienschalen, Kelche und Kerzenständer im Visier, sondern vor allem auch Opferstöcke. Laut Thomas Stanzer, Pressesprecher des Bistums Graz-Seckau, sind viele Kirchen inzwischen videoüberwacht; Opferstöcke würden täglich geleert, das liturgische Kunstgut sei mittlerweile sehr gut dokumentiert und damit unverkäuflich.
Mit Listen gegen Diebe
Digitalisierte Inventarlisten ermöglichen dem Bundeskriminalamt die sofortige Suche nach den gestohlenen Gegenständen. Händler, Auktionshäuser sowie sonstige potenzielle Käufer werden gewarnt. Roland Kerschbaum, Diözesankonservator in Salzburg: "Vom materiellen Wert sind die Gegenstände ohnehin nicht aufregend." Er könne sich "nicht erklären, was die Leute damit anfangen".
Ein wiederkehrendes Problem stellen Opferstockdiebe dar. "Bei uns wurde vor zwei Jahren ein Täter verhaftet, der hat uns dann erst gesagt, wo er überall war - da waren alle erstaunt", berichtet der Sprecher der Diözese Linz, Michael Kraml. Opferstöcke würden im Normalfall auch nicht aufgebrochen. Mit einem präparierten Stab, an dem Geldscheine und Münzen festkleben, holten die Täter ihre Beute heraus. Inzwischen bauten Pfarreien vielerorts Schutzbleche ein, so Kraml. Oft handele es sich um Tätergruppen, die durch ganz Europa ziehen. (KNA)