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Franziskus spricht mit Bischöfen und Politikern des Landes

Papst prangert Drogenkriminalität an

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Mexiko-Stadt - Papst Franziskus hat die Bischöfe Mexikos ermahnt, engagiert das Evangelium zu verkünden und die Drogenprobleme des Landes energisch anzugehen. Die Drogenkriminalität verglich der Papst mit Metastasen. Der Kampf dagegen verlange prophetischen Mut.

"Ich bitte euch, die ethische und bürgerfeindliche Herausforderung nicht zu unterschätzen, die der Drogenhandel für die gesamte mexikanische Gesellschaft einschließlich der Kirche darstellt", appellierte der Papst. Im Kampf gegen diese Seuche sei ein systematisches Vorgehen notwendig. Die pastorale Arbeit müsse in den Familien und an den Rändern der Gesellschaft beginnen und auch die Kommunen und die Sicherheitskräfte einbeziehen.

"Nur so wird man viele Leben ganz aus dem Fahrwasser befreien können, in dem sie erbärmlich ertrinken: sei es das Leben derer, die als Opfer sterben, sei es das Leben derer, die vor Gott immer blutbefleckte Hände haben werden, auch wenn ihre Tasche mit schmutzigem Geld gefüllt und ihr Gewissen betäubt ist", sagte der Papst.

Indianische und christliche Wurzeln des Landes

Mit Blick auf die Situation der indigenen Völker in Mexiko und ihre "faszinierenden und nicht selten dezimierten Kulturen" forderte Franziskus die Bischöfe zu besonderem Respekt auf. Er betonte, Mexiko brauche seine indianischen Wurzeln. Die Indigenen Mexikos warteten noch darauf, wirklich anerkannt zu werden. Dies sei Voraussetzung dafür, dass "Mexiko jene Identität erbt, die es zu einer einzigartigen Nation macht und nicht zu einer unter anderen".

Zugleich betonte Franziskus, dass es aufgrund der Geschichte des Landes drei Realitäten gebe: die "antike und reiche Sensibilität der Indianervölker", "das Christentum, das tief in der mexikanischen Seele verwurzelt ist" und "die moderne Rationalität europäischer Prägung, welche die Unabhängigkeit und Freiheit hochhalten möchte". In diesem Zusammenhang ermahnte er die Bischöfe, das Volk stets an die Macht der christlichen Wurzeln zu erinnern. Er wünschte der mexikanischen Kirche, dass es ihr gelingen möge, zur Einheit des Volkes, zu Versöhnung und Integration des Landes beizutragen.

Empfangszeremonie für Franzikus in Mexiko
Trotz der vielen Probleme des Landes wie Drogenkriminalität und Korruption war der Empfang für Franziskus überschwänglich.

Ein besonderes Lob sprach Franziskus den Bischöfen für ihren Einsatz für die Millionen von Migranten aus, die in einer Auswanderung nach Nordamerika ihr Glück suchen. Er forderte sie auf, sich gemeinsam mit den US-amerikanischen Bischöfen um die Migrantenseelsorge zu kümmern.

Mit zum Teil harschen Worten ermahnte Franziskus die Bischöfe zu Bescheidenheit und Transparenz. Er warnte sie vor Klerikalismus und Triumphalismus, vor Intrigen, "eitlen Karriereabsichten" oder "unfruchtbaren Interessengemeinschaften und Komplizenschaften". Die Kirche brauche für ihre Arbeit keine Dunkelheit. Die Bischöfe sollten einen klaren Blick, eine transparente Seele und ein offenes Gesicht haben, betonte der Papst.

"Blick der Zärtlichkeit" als Vorbild

Abweichend vom Redemanuskript forderte er sie auf, bei internen Streitigkeiten "die offene Debatte unter Männern" zu suchen, die sich streiten und dennoch zusammen beten und einander verzeihen können. Die 170 Mitglieder der Mexikanischen Bischofskonferenz hörten die Rede des Papstes in den Bänken der Kathedrale sitzend an; zum kurzen Applaus am Ende erhoben sich nur einige von ihnen.

Nach der Begegnung mit den mexikanischen Bischöfen steht am Abend Ortszeit einer der Höhepunkte der Reise an: Der Besuch des Marienheiligtums von Guadalupe. Mit Blick darauf erzählte Franziskus den Bischöfen, dass er seit langem den Wunsch hege, die Jungfrau von Guadalupe zu sehen. Er lud sie ein, sich den "Blick der Zärtlichkeit" der "Virgen Morenita" zum Vorbild zu nehmen und den Menschen in der Kirche Sicherheit und ein Zuhause zu bieten.

Linktipp: "Ich hoffe, dass Franziskus uns ermahnt"

David Bolaños ist Seelsorger in der deutschen Gemeinde St. Thomas Morus in Mexiko-Stadt. Im Interview erklärt er, wie die Menschen in Mexiko dem Papst-Besuch entgegen sehen und warum er sich vom Pontifex nicht nur freundliche Worte erhofft.

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Am Morgen (Ortszeit) war der Papst offiziell von Staatspräsident Enrique Pena Nieto begrüßt worden. Das Staatsoberhaupt empfing das Kirchenoberhaupt zu einem Höflichkeitsbesuch im Nationalpalast der Hauptstadt. Bei allen früheren Papstbesuchen waren die Empfänge wegen der streng laizistischen Verfassung des Landes protokollarisch niedriger eingestuft. Auf der Fahrt im offenen Papamobil zum Palast hatten Zehntausende jubelnde Mexikaner Franziskus einen herzlichen Empfang bereitet.

Nach einer privaten Unterredung mit dem Präsidenten hielt der Papst seine erste Rede auf mexikanischem Boden. Er sprach vor Politikern, Wirtschaftsvertretern und Diplomaten. Immer wenn es Vorteile für nur Wenige gebe, "wird früher oder später das Leben in der Gesellschaft zu einem fruchtbaren Boden für die Korruption, den Rauschgifthandel, die Exklusion verschiedener Kulturen und für die Gewalt", sagte Franziskus. Das schließe den Menschenhandel, die Entführung und den Tod mit ein. Dies "verursacht Leid und bremst die Entwicklung", mahnte er.

Franziskus: Kirche will mit Regierung zusammenarbeiten

Der Papst forderte in seiner Rede neue Formen des Dialogs zwischen den politischen, sozialen und wirtschaftlichen Kräften des Landes. Die katholische Kirche wolle mit der Regierung zusammenarbeiten. Leider werde das "Gemeinwohl" zu Beginn des 21. Jahrhunderts nicht hoch gehandelt, betonte er. Es sei notwendig, ein "wirklich menschenwürdiges politisches Leben" und eine Gesellschaft aufzubauen, "in der sich niemand als Opfer der Wegwerfkultur fühlt".

Alle Bewohner müssten Zugang haben zu Wohnraum, Arbeit, Nahrung, Gerechtigkeit, Sicherheit und einer gesunden Umwelt, forderte Franziskus. Die gesellschaftliche, kulturelle und politischen Eliten hätten eine besondere Verantwortung dafür, dass alle Bürgern die Möglichkeit erhielten, in Würde ihr eigenes Geschick in der Familie und in allen gesellschaftlichen Bereichen gestalten zu können. (jml/KNA/dpa)

Themenseite Papstreisen

Als Oberhaupt der katholischen Kirche absolviert Papst Franziskus regelmäßig Reisen innerhalb Italiens und in andere Länder. Diese Themenseite bündelt die Berichterstattung von katholisch.de zu den Reisen des Heiligen Vaters.

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