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Kritik an Vatikan-Dokument

Pius-Oberer: Maria ist ihrem Wesen nach anti-ökumenisch

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Der Generalobere der Pius-Bruderschaft, Davide Pagliarani, in einem Gespräch
Menzingen - Die Gottesmutter Maria sei diejenige, die allein alle Irrlehren zunichtemache, schreibt der Generalobere der Piusbruderschaft – und übt Kritik am Vatikan.

Der Generalobere der Piusbruderschaft, Davide Pagliarani, hat die Gottesmutter Maria als "anti-ökumenisch" bezeichnet. "Als Mutter unserer Seelen ist die Jungfrau Maria ihrem Wesen nach anti-ökumenisch", schreibt Pagliarani in einem "Brief an die Freunde und Wohltäter", den die Gemeinschaft am Mittwoch veröffentlicht hat. Als Muttergottes sei Maria am Erlösungswerk in einzigartiger Weise beteiligt. "Durch sie tritt der vom Vater gesandte Sohn in die Welt ein", so Pagliarani. "Das ist der Grund, warum sie bei ökumenischen Treffen die große Abwesende ist: Sie ist ein Störfaktor, sie kann dorthin nicht eingeladen werden."

Pagliarani kritisierte in diesem Zusammenhang auch das von Papst Johannes Paul II. (1978-2005) einberufene interreligiöse Treffen in Assisi vor 40 Jahren. Dies sei ein Termin gewesen, "der die Gemüter tief aufwühlen und zum verhängnisvollen Paradigma einer ganzen Reihe ökumenischer Treffen werden sollte". Maria trage eine Botschaft, die mit dem Geist dieses Treffens unvereinbar sei: "das unnachgiebige Einfordern der ausschließlichen Rechte ihres Sohnes, des Christkönigs, über alle Seelen – mit anderen Worten: die Rechte der Wahrheit gegenüber dem Irrtum und die Vorrechte der Kirche gegenüber den anderen Religionen".

Positive Wirkung von Mariendokument des Vatikans

Kritik übte Pagliarani auch am Dokument "Mater populi fidelis", das das Glaubensdikasterium vor einem Jahr veröffentlicht hatte. In dieser "Lehrmäßigen Note" sprach Glaubenspräfekt Kardinal Víctor Manuel Fernández sich unter anderem dafür aus, "einige marianische Titel, die sich auf das Mitwirken Marias am Heilswerk beziehen" zu vermeiden. Als Beispiele wurden Titel "Miterlöserin" oder "Gnadenmittlerin" genannt. "Dieser unheilvolle Text, verheerend sowohl in seinem Inhalt als auch in seinen unausweichlichen pastoralen Folgen, hat mittelbar dennoch eine positive Wirkung hervorgebracht: Er hat die Bedeutung von Formulierungen und Titeln wieder ins Licht gerückt", schreibt Pagliarani. "Die modernistische Sichtweise, die dazu neigt, den Glaubensakt auf eine persönliche, innere Gotteserfahrung zu reduzieren, führt nämlich zu einer Geringschätzung von Formulierungen."

Anlässlich des "traurigen Jahrestags" des Assisi-Treffens und der Veröffentlichung von "Mater populi fidelis" wolle er daher über einen anderen Marientitel nachdenken, schreibt Pagliarani. "Sie ist jene, die allein alle Irrlehren zunichtemacht." Der Generalobere der Piusbrüder betonte mit Blick auf Maria: "Sie allein kann daher in der gegenwärtigen Verwirrung eines triumphierenden Modernismus für unsere Seelen die Bewahrung vor Irrtum und religiöser Gleichgültigkeit erwirken – wobei die Gleichgültigkeit einerseits zum Irrtum führt, andererseits aus ihm hervorgeht: Sie ist die reifste und verderblichste Frucht des Geistes von Assisi."

Pagliarani steht seit 2018 an der Spitze der traditionalistischen Priesterbruderschaft St. Pius X. Sie lehnen die meisten Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–1965) ab, etwa zu Ökumene und Religionsfreiheit. Zudem beharren sie auf der vorkonziliaren Form der Messe. Nach der unerlaubten Weihe von vier Bischöfen der Piusbruderschaft im Juli stellte das Glaubensdikasterium die Exkommunikation der neugeweihten Bischöfe und der Weihespender aufgrund eines schismatischen Akts fest. Zugleich erklärte es, dass bereits die Mitgliedschaft in der Gemeinschaft einen schismatischen Akt darstelle.

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