Schönborn: "Ungeschickte Bemerkung des Papstes" war anders gemeint
Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn hat Papst Franziskus nach dessen Aussagen über kinderlose Paare verteidigt. Es gehe dem Papst nicht darum, die Gefühle von Menschen zu verletzen, schrieb der Erzbischof in seiner Freitagskolumne in der Gratiszeitung "Heute". Hinter der "ungeschickten Bemerkung des Papstes" stehe vielmehr die Sorge vor einer Überalterung der Bevölkerung, die ganz Europa, und im besonderen Italien betreffe. Da die Menschen immer länger lebten und gleichzeitig die Geburten zurückgingen, werde die Überalterung zu einer "Belastung für die nächsten Generationen".
Franziskus hatte in einer Nebenbemerkung kritisiert, dass viele Paare keine Kinder haben, aber zwei Hunde oder zwei Katzen. Kritik daran kam unter anderem von der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd). Aus dem Zusammenhang gerissen, könne die Aussage verletzend wirken, gestand auch Schönborn. "Denn kinderlos zu sein, kann eine freie Entscheidung sein oder ein schmerzliches Schicksal. Und Haustiere sind für viele Menschen wertvolle Lebensbegleiter", so der Erzbischof.
Immer weniger Kinder müssten für immer mehr ältere Menschen aufkommen, schrieb der Kardinal weiter. "Umso wichtiger ist die Unterstützung für junge Paare, Alleinerziehende, Familien in Not. Hunde und Katzen sind dabei oft ihre vierbeinigen treuen und tröstlichen Begleiter." Dessen sei sich auch Papst Franziskus bewusst, zeigte sich Schönborn überzeugt. Familien mit Kindern bezeichnete der Erzbischof als "Überlebensnetzwerk für uns alle". Sie hätten einen unschätzbaren Wert. "Eine Gesellschaft ohne Kinder sieht alt aus." (tmg/KNA)