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Beteiligungsprozess für alle Gläubigen gestartet

Syrisch-Orthodoxe beraten über Kalenderreform – auch für Ostern

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Damaskus - Die Mitglieder der Syrisch-Orthodoxen Kirche sind über die ganze Welt verstreut – und feiern je nach Region nach unterschiedlichen Kalendern. Ob das so bleiben soll, werden nun die Gläubigen gefragt. Auch ein gemeinsames Osterdatum steht im Raum.

Die Syrisch-Orthodoxe Kirche berät in einem umfassenden Beratungsprozess eine mögliche Kalenderreform und ein einheitliches Osterdatum. Wie der österreichische Fachdienst "pro oriente" berichtet, geht die im Nachgang der Kirchensynode Ende Juni im Libanon begonnene Befragung der Gläubigen auf zahlreiche Anfragen von syrisch-orthodoxen Gemeinden aus aller Welt zurück. Dabei wurde auch der Wunsch nach einem gemeinsamen Osterdatum aller christlichen Kirchen geäußert. Man sei grundsätzlich bereit, "Ostern an jedem von allen Kirchen vereinbarten Termin zu feiern", so die Synode. Dies haben man auch immer wieder bei ökumenischen Begegnungen kundgetan.

Nach Übereinkunft der Bischöfe gebe es für eine Reform des Kalenders zwei Optionen: Die Annahme des Gregorianischen Kalenders für alle liturgischen Feiern in der Syrisch-Orthodoxen Kirche oder die Feier nach dem Gregorianischen Kalender im Westen und nach dem Julianischn im Osten. Um die Präferenzen der über die ganze Welt verteilten Gläubigen zu erheben, bat Patriarch Ephräm II. Karim alle Diözesen und Pfarreien um Stellungnahmen zu den Vorschlägen. Eine Entscheidung solle nach Auswertung der Antworten von der nächsten Synode getroffen werden.

Seit Jahren Bestrebungen für einheitliches Osterdatum

Zur Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien bekennen sich nach eigenen Angaben bis zu sechs Millionen Gläubige, vier Millionen davon gehören zur autonomen Syrisch-Orthodoxen Kirche von Malankara in Südindien. Die restlichen Gläubigen verteilen sich vor allem auf Süd- und Nordamerika und Europa. Grundsätzlich wendet die Kirche den julianischen Kalender an, in Südindien und Lateinamerika jedoch den gregorianischen.

Seit Jahren gibt es Initiativen für ein gemeinsame Osterdatum aller Christen. Grundsätzlich feiern die Ostkirchen Ostern nach dem julianischen Kalender, die Westkirchen nach dem gregorianischen. Bereits das Zweite Vatikanische Konzil hatte 1963 in einer Erklärung zur Kalenderreform die Bereitschaft zur Festlegung eines gemeinsamen Osterdatums auf einen bestimmten Sonntag des gregorianischen Kalenders erklärt, "wenn alle, die es angeht, besonders die von der Gemeinschaft mit dem Apostolischen Stuhl getrennten Brüder, zustimmen". Zuletzt hatte im Frühjahr der Ständige Vertreter des orthodoxen Patriarchats von Konstantinopel beim Weltkirchenrat anlässlich des anstehenden 1.700-Jahr-Jubiläums des Konzils von Nizäa (325/2025) eine neue Anstrengung für ein einheitliches Osterdatum vorgeschlagen. Während der Vorschlag im Vatikan positiv aufgenommen wurde, lehnte die Russisch-Orthodoxe Kirche den Vorstoß ab. (fxn)

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