Warum es in der Basilika Santa Maria Maggiore im August schneit
Wer das Fest "Unsere Liebe Frau vom Schnee" an seinem Ursprungsort feiert, kann ein echtes Wunder erleben: In der heiligen Messe "schneit" es an diesem Tag in der päpstlichen Basilika – Blüten.
Noch im Jahr vor seinem Tod feierte Papst Franziskus hier die Messe zum Weihetag der Basilika, am Fest "Unserer Lieben Frau vom Schnee". Der Feiertag geht zurück auf die Gründungslegende der Kirche im Herzen von Rom.
Die Gottesmutter soll Papst Liberius (352-366) und einem Ehepaar im Traum erschienen sein. Sie sagte ihnen, sie sollten dort eine Kirche bauen, wo am folgenden Tag der Boden mit Schnee bedeckt sei. Das Besondere: Es war August! Am nächsten Tag soll es aber tatsächlich geschneit haben – da wo heute Santa Maria Maggiore steht. Oder doch nicht?
Papst Liberius gab die Basilica Liberii in Auftrag. Ob sie am genauen Ort der heutigen Papstbasilika steht, ist unklar. Möglicherweise wurde sie bei der Plünderung Roms (410) zerstört. Die heutige Basilika Santa Maria Maggiore wurde erst 434 n. Chr. eingeweiht – natürlich am 5. August.
Santa Maria Maggiore ist eine der vier Papstbasiliken Roms. Papst Franziskus wählte sie als letzte Ruhestätte aus. Die meisten Päpste entscheiden sich dazu, im Petersdom beigesetzt zu werden. Papst Franziskus hatte jedoch eine besondere Beziehung zur bedeutendsten Marienkirche Roms.
Er besuchte sie einen Tag nach seiner Wahl zum Pontifex. 2020 machte er sich zu Fuß in die Kirche auf, um vor der Marienikone "Salus populi Romani" ("Heil des römischen Volkes") um ein Ende der Corona-Pandemie zu beten. Jetzt befindet sich sein Grabstein neben der Seitenkapelle, in der die Ikone steht.
Zur Erinnerung an das Schneewunder fallen jährlich in der Messe am 5. August unzählige Rosenblätter von der Decke von Santa Maria Maggiore. Papst Franziskus sagte dazu, der Schnee sei ein Symbol für Gnade: "Sie ist etwas, das man nicht verdienen, geschweige denn kaufen kann, man kann sie nur als Geschenk erhalten, und als solches ist sie auch völlig unvorhersehbar, eben wie ein Schneefall in Rom mitten im Sommer".
Auch in diesem Jahr wird der Erzpriester der Basilika, der litauische Kardinal Rolandas Mackrickas, den Gottesdienst leiten. Er erzählt im Interview über Papst Leo XIV.: "Ich glaube, er war von einem besonderen Detail der Basilika berührt: Nahe dem Grab von Papst Franziskus befindet sich ein Altar, der dem heiligen Franziskus geweiht ist, und in der Nähe ein weiterer, der dem heiligen Leo gewidmet ist."