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Widerspruch gegen Liturgiepräfekt

Weihbischof: Kein Generalverdacht gegenüber "Alter Messe"

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Priester am Altar bei einer Messe in vorkonziliarer Form
's-Hertogenbosch - Wollen Anhänger der vorkonziliaren Liturgie hinters Zweite Vatikanum zurück? Der niederländische Weihbischof Robert Mutsaerts weist diesen Verdacht zurück.

Der niederländische Weihbischof Robert Mutsaerts wendet sich dagegen, Freunde der vorkonziliaren Liturgie unter Generalverdacht zu stellen. In einem Beitrag auf seinem Blog widerspricht der Weihbischof von 's-Hertogenbosch dem Liturgiepräfekten Arthur Roche, der in einem Interview in der Feier der vorkonziliaren Liturgie Gefahren für die Einheit der Kirche sah. "Warum ist fast jede alte katholische liturgische Tradition ein Reichtum, außer der alten römischen Liturgie?", fragt Mutsaerts mit Blick auf die Ritenvielfalt in den katholischen Ostkirchen. Katholische Einheit sei nie gleichbedeutend mit liturgischer Einheitlichkeit gewesen.

Wer die Gültigkeit der neuen Messe grundsätzlich leugne, die päpstliche Autorität ablehne oder behaupte, die katholische Kirche sei nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) nicht mehr die katholische Kirche, nehme in der Tat eine problematische Haltung ein. "Wer jedoch die traditionelle Messe liebt, dadurch seinen Glauben vertieft, die katholische Lehre akzeptiert und dem Papst treu bleibt, kann nicht ohne Weiteres desselben beschuldigt werden", so der Weihbischof. "Die Verbundenheit mit einer liturgischen Tradition ist nicht dasselbe wie die Ablehnung des Lehramtes." Diese Unterscheidung drohe in der aktuellen Diskussion verloren zu gehen.

"Ein Vater, der seine Kinder zur alten Messe mitnimmt, weil er dort die Heiligkeit der Eucharistie besonders stark erlebt, betreibt damit keine Kirchenpolitik. Er geht einfach zur Messe."

Weihbischof Robert Mutsaerts

Mutsaerts verweist auf die Liturgiekonstitution "Sacrosanctum Concilium" des Zweiten Vatikanischen Konzils. Darin wird festgestellt, dass alle rechtmäßig anerkannten Riten gleichwertig sind und die Kirche sie fördern und bewahren will. "Wenn liturgische Vielfalt der Einheit der Kirche nicht zwangsläufig schadet, warum sollte dann die jahrhundertealte römische Liturgie dies tun?", fragt der Weihbischof. Vieles von dem, was heute als typisch traditionalistisch gelte, wie die lateinische Sprache und der gregorianische Gesang, sei für die Konzilsväter völlig selbstverständlich gewesen, wie die Liturgiekonstitution zeige. "Deshalb ist es bemerkenswert, wenn die Verbundenheit mit der älteren Liturgie als Widerstand gegen das Konzil selbst dargestellt wird", betont Mutsaerts.

"Alte Messe" nicht als Problem betrachten

Er spricht sich für einen Ansatz aus, der der älteren Liturgie Raum gibt, "wo sie aufrichtig gewünscht wird", Treue gegenüber der kirchlichen Gemeinschaft fordert und Missbräuche in allen liturgischen Formen korrigiert. "Es wäre bedauerlich, wenn die traditionelle lateinische Messe letztendlich zum Opfer eines kirchlichen Streits würde, bei dem es nicht mehr wirklich um den Gottesdienst geht, sondern um die Interpretation der letzten 60 Jahre", so Mutsaerts weiter. Das würde dazu führen, dass eine Liturgie, "die jahrhundertelang Heilige geprägt und unzählige Gläubige geheiligt hat", als zu lösendes Problem betrachtet werde: "Weniger Misstrauen, mehr historische Ehrlichkeit, mehr theologische Tiefe und vor allem mehr pastorale Großzügigkeit wären hier wünschenswert."

Kardinal Roche wurde 2021 von Papst Franziskus zum Präfekten des Liturgiedikasteriums bestellt. Er gilt als einer der treibenden Kräfte hinter dem Motu proprio "Traditionis custodes", mit dem Franziskus im selben Jahr die Feier der vorkonziliaren Liturgie deutlich eingeschränkt hatte. Wie Papst Leo XIV. sich zur Frage des Umgangs mit der "Alten Messe" positionieren wird, ist trotz Anzeichen für eine Liberalisierung noch unklar. Roche geht davon aus, dass der Papst die Regelungen seines Vorgängers nicht aufheben wird.

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