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Susanne Hornberger über mangelnde Berichterstattung zu kirchlichen Ereignissen

Wo war die "Mini"-Wallfahrt bei ARD und ZDF?

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Schachfigur
Bonn - Susanne Hornberger über mangelnde Berichterstattung zu kirchlichen Ereignissen

Glaube verbindet, Glaube eint, Glaube macht Mut. Das sollte für einen gläubigen Katholik eine Selbstverständlichkeit sein. Wer es noch nicht verstanden hat, dem haben die "Minis" in der vergangenen Woche auf die Sprünge geholfen. Was 60.000 junge Menschen aus 19 Ländern in fünf Tagen schaffen, erreichen Politiker und Diplomaten in vielen Jahren kaum. Sie beten, singen gemeinsam, tauschen sich aus, schließen Freundschaften – nicht nur über Bistümer hinweg, sondern, ja genau, über kulturelle Unterschiede, über Nationen hinweg. Lachend und leicht. Wo? Bei der 12. Internationalen Ministrantenwallfahrt in Rom.

Allein aus Deutschland sind 50.000, ja, ich wiederhole die Zahl gerne, 50.000 junge Menschen in die Ewige Stadt gepilgert. Ein Fest des Glaubens, das ich als ehemalige ARD-Vatikan-Korrespondentin selten erlebt habe. Die Kirche pfeift aus dem letzten Loch? Also, wenn man diese Bilder der Minis sieht, ihre Begeisterung, ihre Bereitschaft, Neues und Altes in sich aufzusaugen, über Sprachbarrieren hinweg sich auszutauschen, miteinander zu beten – dann wird man schnell eines Besseren belehrt. Ach, Sie haben die Bilder gar nicht gesehen? Nicht einmal die des Abendgebets mit Papst Franziskus auf dem Petersplatz? Beeindruckende 90.000 Menschen quetschten sich auf und um den Petersplatz herum, denn die Minis hatten viele Touristen angelockt.

Und in Deutschland, was mich nachdenklich und traurig stimmt, wurde dies fast verschwiegen. Zumindest im Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk. Weder die Nachrichtensendungen der ARD noch die des ZDF würdigten dieses Großereignis des Glaubens. Nicht einmal eine Meldung wurde verlesen oder ein 20-sekündiges Nif (Nachricht im Film) gesendet. "Only bad news are good news" heißt es. Für die Kirche scheint das noch mehr zuzutreffen. Schade. Einseitig. Nicht vorausschauend. Denn in einem sind Kirche und Öffentlich-Rechtliche vereint: Sie benötigen jugendliche Unterstützung, junge Freunde. Eine "Mini"-Wallfahrt unter den Tisch fallen zu lassen, ist ziemlich dumm. Aber offenbar sitzen Katholiken bei ARD und ZDF eben nicht in der ersten Reihe.

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