Zusammenlegung von europäischen Bischofs-Gremien im Gespräch
Nach Angaben des polnischen Erzbischofs Stanislaw Gadecki gibt es Überlegungen für einen Zusammenschluss des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) und der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union (COMECE). Die CCEE verfolge daher die Idee einer Verlegung ihres Sitzes vom schweizerischen Sankt Gallen nach Rom nicht weiter, sagte ihr scheidender Vizepräsident Gadecki der polnischen Nachrichtenagentur KAI. Die COMECE äußerte sich auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) zurückhaltend.
"Wir hatten sogar schon einen Standort in der Nähe des Vatikan gefunden", so Gadecki, Erzbischof von Posen (Poznan) und Vorsitzender der Polnischen Bischofskonferenz. "Aber uns wurde gesagt, wir sollten davon Abstand nehmen." Dies könne mit dem "Projekt der Zusammenlegung der Institutionen CCEE und COMECE" zusammenhängen. Dann wäre der Sitz in Brüssel. Gadecki verwies allerdings darauf, dass der Kanton Sankt Gallen die dortige Präsenz der CCEE finanziell unterstütze. Zudem unterstünden die COMECE und die CCEE verschiedenen vatikanischen Behörden: dem Staatssekretariat beziehungsweise der Bischofskongregation.
Vorschläge für Zusammenlegung nicht neu
COMECE-Generalsekretär Manuel Barrios Prieto sagte der KNA am Freitag, er habe derzeit keine Informationen über eine mögliche künftige Zusammenlegung der Einrichtungen. Beide hätten unterschiedliche Aufträge, betonte er. Während die Bischofskommission COMECE für den politischen Dialog mit den EU-Institutionen verantwortlich sei, verfolge der Zusammenschluss der Bischofskonferenzen in der CCEE pastorale Zielsetzungen. Vorschläge einer Fusion seien indessen nicht neu.
Gadecki war von 2016 bis zur Vollversammlung des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen am vergangenen Wochenende deren Vizepräsident. Das CCEE-Präsidium tagt nach Angaben des polnischen Erzbischofs alle zwei Monate in Rom. Zum Vorsitzenden des Gremiums wurde der Erzbischof von Vilnius (Litauen), Gintaras Linas Grusas, gewählt. Neue Vize-Präsidenten sind der Luxemburger Kardinal und COMECE-Vorsitzender Jean-Claude Hollerich sowie der Bischof von Zrenjanin (Serbien) und Vorsitzende der internationalen Bischofskonferenz der Heiligen Kyrill und Method (CEICEM), Laszlo Nemet. (rom/KNA)