Rat der Europäischen Bischofskonferenzen tagt in Rom

Erzbischof von Vilnius zum neuen CCEE-Präsidenten gewählt

Aktualisiert am 26.09.2021  –  Lesedauer: 

Rom ‐ Anlässlich seines 50-jährigen Bestehens tagt der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) derzeit in Rom. Dort wurde der Erzbischof von Vilnius, Gintaras Linas Grusas, zum neuen Präsidenten des Gremiums gewählt.

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Gintaras Linas Grusas (60) leitet künftig den Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE). Die Delegierten der in Rom tagenden CCEE-Vollversammlung wählten den Erzbischof von Vilnius und Vorsitzenden der Litauischen Bischofskonferenz am Samstag zu ihrem neuen Präsidenten. Der in den USA geborene Geistliche folgt auf den italienischen Kardinal Angelo Bagnasco (78), der seit 2016 im Amt war. Die Amtszeit dauert fünf Jahre.

Neue CCEE-Vizepräsidenten sind Kardinal Jean-Claude Hollerich (63), Erzbischof von Luxemburg und Vorsitzender der EU-Bischofskommission COMECE sowie der Bischof von Zrenjanin und Vorsitzende der internationalen Bischofskonferenz der Heiligen Kyrill und Method (CEICEM), Laszlo Nemet (65). Mit Blick auf Corona-Pandemie, Klimakrise und weit verbreitete Armut sagte der neu gewählte Grusas am Sonntag: "Wir können diese Herausforderungen nicht so betrachten, als ob sie ein ausschließlich europäisches Problem wären." Es handele sich um globale Probleme, die gemeinsam mit den verschiedenen Nationen der Welt angegangen werden müssten.

Feier des 50-jährigen CCEE-Bestehens in Rom

Während ihrer bis Sonntag dauernden Vollversammlung blicken die europäischen Bischöfe auch auf das 50-jährige Bestehen des CCEE (lat. Consilium Conferentiarum Episcoporum Europae) zurück. Am Donnerstag feierten sie gemeinsam mit Papst Franziskus eine Messe im Petersdom. Dort wandte sich der Pontifex gegen ein bloßes Festhalten an Traditionen. Das "an Müdigkeit erkrankte Europa" benötige vielmehr Menschen, "die Appetit auf den Glauben machen". Am Freitag wurden die Bischöfe von Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella im Quirinalspalast empfangen.

Auf der Tagesordnung stand neben der Wahl des neuen Präsidiums "eine Analyse der Lage Europas", speziell mit Blick auf das kirchlich-gesellschaftliche Zusammenleben. Aus Deutschland nahm der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck an dem mehrtägigen Treffen teil. In einer Abschlusserklärung wandte sich der CCEE am Sonntag gegen eine "vorherrschende materialistische Kultur", die sowohl den christlichen Glauben als auch die menschliche Zivilisation als Ganzes bedrohe. "Wir dürfen uns nicht fürchten, sondern müssen vereint sein", heißt es in dem Dokument. Die Stimme des CCEE sei zwar nicht mächtig, aber sie diene der Verbreitung einer jahrhundertealten Botschaft, die sich auf den Namen Jesus Christus beziehe. Er sei die "wahre Hoffnung" Europas.

Der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen mit Sitz in Sankt Gallen/Schweiz will die Zusammenarbeit der katholischen Bischöfe auf dem Kontinent fördern. Dem 1971 gegründeten Gremium gehören derzeit 39 Mitglieder an. Gemeinsam repräsentieren sie die katholische Kirche in 45 europäischen Ländern. (mfi/KNA)

26.09., 15.30 Uhr: Ergänzt um Grusas-Zitate und Abschlusserklärung des CCEE.