Argentiniens Bischöfe stellen sich hinter Franziskus
Die Bischöfe Argentiniens haben sich demonstrativ hinter Papst Franziskus gestellt. "Sie durchleben derzeit einen rücksichtslosen Angriff, bei dem verschiedene und engherzige weltliche Interessen zusammenkommen", heißt es in einem auf Donnerstag datierten und via Twitter bekanntgewordenen Schreiben an den Papst. Die Bischöfe seien ihm nahe und teilten seine "Schmerzen und Hoffnungen".
Im Zuge der kirchlichen Missbrauchsskandale in vielen Ländern sieht sich Franziskus derzeit Attacken seiner Gegner ausgesetzt. So forderte ihn der früheren Nuntius in den USA, Erzbischof Carlo Maria Vigano, öffentlich zum Rücktritt auf. Der Wiener Theologe Paul Zulehner forderte deswegen die Bischöfe im deutschsprachigen Raum und in ganz Europa auf, ihr bisheriges "skandalöses Schweigen" aufzugeben und sich "in dieser prekären Lage vor den Papst" zu stellen. Die Gegner seines weltoffenen Kurses seien weltweit vernetzt und dominierten derzeit die Berichterstattung in den Medien.
Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin sprach unterdessen davon, dass das Dokument im Vatikan zwar für "bittere Enttäuschung" und "Unruhe" gesorgt habe. Dennoch habe er den Papst selbst als "ruhig und gelassen" wahrgenommen, sagte er dem "Vatican Insider" am Donnerstag. Auf die im Memorandum Viganos angeführten Vorwürfe wiederholte Parolin die Worte des Papstes: "Lesen Sie es und bilden sich ihr eigenes Urteil. Der Text spricht für sich selbst." (bod/KNA)