"Barbarische Akte"
Ob in Frankreich, Tunesien, Kuwait: Gewalt führe ausschließlich zu Leid, schrieb Franziskus laut Angaben von Radio Vatikan am Sonntag in drei Beileidstelegrammen an die Vatikanbotschafter der drei betroffenen Staaten. Den Opfern und ihren Angehörigen sprach er sein Mitgefühl aus.
Papst betet für die Opfer
Vor zwei Tagen hatten mutmaßlich islamistische Terroristen binnen weniger Stunden Anschläge mit über 50 Todesopfern verübt, unter ihnen auch Deutsche. Ziele waren ein Hotel in Tunesien, eine Chemie-Fabrik nahe dem französischen Lyon und die Gläubigen bei beim Freitagsgebet in Kuwait. Der Papst bete für die Seelen der Opfer und versichere den Hinterbliebenen seine "geistliche Unterstützung", hieß es in den Telegrammen.
Wie am Sonntag ebenfalls bekannt wurde, will Franziskus eine wichtige kircheninterne Entscheidung erst nach der Sommerpause fällen. Es geht um den kirchlich noch nicht offiziell anerkannten Marienwallfahrtsort Medjugorje in Bosnien-Herzegowina. Vatikansprecher Federico Lombardi sagte, die vom Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, dazu einberufene Versammlung habe noch nicht getagt. Die sogenannte "feria quarta" werde nach Beratung ihre "Sicht der Dinge" dem Papst weiterleiten, der sich dann ein Urteil bilden wolle.
Mit einem zustimmenden Urteil des Papstes ist jedoch nicht zu rechnen. Er hatte sich in der für ihn typischen Art schon mehrfach skeptisch zu den angeblichen Erscheinungen geäußert. Selbst ernannte "Seher" gäben an, dass ihnen die Gottesmutter in Medjugorje regelmäßig zu festen Tageszeiten Botschaften zukommen lasse, erklärte er im November 2013. Maria sei aber "keine Oberpostbeamtin". Anfang Juni dieses Jahres sprach er den Vorgängen sogar die christliche Identität ab.
Erscheinungen sollen andauern
In Medjugorje soll es seit dem 24. Juni 1981 zu Marienerscheinungen gekommen sein. Sechs Kinder berichteten damals, die Gottesmutter habe sich ihnen gezeigt, während sie Schafe hüteten. Die Erscheinungen dauern nach Angaben der inzwischen erwachsenen "Seherinnen" und "Seher" weiter an. Jedes Jahr pilgern Hunderttausende Menschen an den Ort, unter ihnen viele Kranke und Heilsuchende. Bereits 1991 formulierte die damalige Jugoslawische Bischofskonferenz Leitlinien zu dem Phänomen. Darin heißt es, es stehe nicht fest, dass die Vorgänge übernatürlich seien. Daraus ergebe sich, dass offizielle Wallfahrten nicht möglich seien.
Beim traditionellen Angelus-Gebet am Sonntagmittag ging es dem Papst um eine ganz grundsätzliche Botschaft des Glaubens. Er die Christen dazu auf, fest auf die Auferstehung und das ewige Leben zu vertrauen. "Das ganze Evangelium ist im Licht dieses Glaubens geschrieben: Jesus ist auferstanden, hat den Tod besiegt und durch diesen Sieg werden auch wir auferstehen", so das Kirchenoberhaupt vor mehreren Zehntausend Pilgern und Besuchern. "Wir alle hier auf dem Platz werden uns im Haus des Herrn wiederbegegnen". Wer wirklich an Jesus und die Auferstehung glaube, werde von ihm aufgenommen, erlange Vergebung und das ewige Leben.
Wer ist Maria? Ein Beitrag der Serie "Katholisch für Anfänger".
Auferstehung nicht mit Wiedergeburt verwechseln
Auferstehung darf nach Franziskus' Worten aber nicht mit Wiedergeburt verwechselt werden, wie es einige täten. Diese Anschauung trübe und schwäche den Glauben, betonte er. Der Papst bezog sich auf den Bericht im fünften Kapitel des Markusevangeliums. Darin erweckt Jesus ein zwölfjähriges, kurz zuvor verstorbenes Mädchen wieder zum Leben, indem er dessen Hand nimmt. Eine Frau, die wegen dauernder Blutungen als unrein aus der Gesellschaft ausgestoßen wurde, wird durch die Berührung von Jesu Gewand von ihrem Leiden geheilt. In dem Kapitel bezeichnet Jesus den festen Glauben an Gottes Kraft als die Bedingung für die Überwindung von Krankheit und Tod.
Schließlich waren auch die weltweiten Flüchtlingsströme am Sonntag Thema. Der Vatikan will die in seinem Expo-Pavillon in Mailand eingenommenen Spenden Geflohenen im Nahen Osten zukommen lassen. Der Erlös solle den Ortskirchen im Nahen Osten zugute kommen, die Menschen aufgenommen haben. Den Angaben zufolge werden vor allem Initiativen für Bildung und die Unterstützung von Familien finanziert. (gho/KNA)