"Botschafter Gottes"
Papst Franziskus appellierte an die Diakone, die Nachfolge Christi anzutreten, alles Herrische von sich zu weisen und zu agieren wie Jesus Christus, der menschliche Rangordnungen auf den Kopf stelle. Wörtlich hieß in dem Schreiben: "Sie sind Botschafter unseres menschgewordenen Gottes, der Solidarität zeigt bis in den Tod und über den Tod hinaus. Sie sind berufen, anderen Menschen auf ihrem Weg der Menschwerdung solidarisch beizustehen, überall auf der Welt."
"Eingebung des Heiligen Geistes"
Das Zweite Vatikanische Konzil habe unter der "Eingebung des Heiligen Geistes" gehandelt, als es eine Erneuerung des Diakonenamtes beschlossen habe, so Franziskus unter Berufung auf seinen Vorgänger Paul VI. (1963-1978).
Die ursprünglich geplante persönliche Begegnung zwischen dem Papst und den Teilnehmern des Jubiläums-Treffens war aufgrund der derzeit tagenden Synode nicht möglich. Der Pontifex drückte darüber sein Bedauern aus.
Im Rahmen des Kongresses wurden herausragende seelsorgerische und soziale Projekte von Diakonen in aller Welt ausgezeichnet. Der vom Rottenburger Bischof Gebhard Fürst gestiftete Preis ging an Diakone aus Ungarn, Spanien, Kuba und Indien. Fürst selbst konnte nach Bistumsangaben aus gesundheitlichen Gründen nicht zur Preisverleihung anreisen. Die Diakone feierten einen Gottesdienst mit dem Präfekten der vatikanischen Kleruskongregation, Beniamino Stella.
Weltweit mehr als 36.000 Diakone
Diakone dürfen predigen, taufen, verheiraten und beerdigen, aber nicht Messe feiern oder Beichte hören. Sie können selbst verheiratet sein und ihren Dienst haupt- oder nebenberuflich ausüben. Das Amt ist eines der ältesten der Kirche und steht für soziale Verantwortung aus christlicher Sicht.
Weltweit gibt es derzeit mehr als 36.000 Ständige Diakone in 130 Ländern. 98 Prozent von ihnen wirken nach Angaben des IDZ in Europa und Amerika. Im Zuge der Aufwertung des Diakonats durch das Zweite Vatikanische Konzil wurde 1965 das IDZ mit heutigem Sitz in Rottenburg gegründet. Es veranstaltet Konferenzen, fördert die Etablierung des Diakonats und entwickelt Ausbildungskonzepte. (gho/KNA)
"Diakone sind schräge Vögel, wir tragen eine Querstola“, sagt Peter Höfner und lacht. Gegenüber katholisch.de schildert Höfner, der im Erzbistum Freiburg für die Ausbildung der Ständigen Diakone zuständig ist, was den Beruf des Ständigen Diakons ausmacht.