Erster Staatsbesuch im Vatikan ohne Papst
Erstmals in der Amtszeit von Leo XIV. hat es am Donnerstag einen Staatsbesuch im Vatikan ohne Papst gegeben. Wie das vatikanische Presseamt mitteilte, empfing Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin (Foto oben) den Staatspräsidenten der Dominikanischen Republik, Rodolfo Abinader Corona, "in Audienz". Diese Formulierung wird sonst nur für Begegnungen zwischen einem Staats- oder Regierungschef und dem Papst verwendet.
Die Begegnung in Begleitung des vatikanischen Außenministers, Erzbischof Paul Richard Gallagher, habe im Staatssekretariat stattgefunden. Bei den Gesprächen ging es demnach unter anderem um die Situation in der Karibik. Schwerpunkte seien etwa die Auswirkungen von Konflikten sowie die organisierte Kriminalität gewesen.
Banden-Konflikte und illegale Zuwanderung
Der karibische Inselstaat ist seit Jahren von den Folgen der blutigen Banden-Konflikte im Nachbarstaat Haiti betroffen. Beide Staaten teilen sich die Insel Hispaniola. Gegen illegale Zuwanderung versucht sich das Land durch strenge Grenzkontrollen, Militäreinsatz und den Ausbau von Grenzschutzanlagen zu schützen.
Staatsbesuche im Vatikan werden bei einem Klinikaufenthalt des Papstes meist abgesagt. In sehr seltenen Ausnahmefällen finden ersatzweise Besuche statt, bei denen der Kardinalstaatssekretär der ranghöchste Gesprächspartner ist.