Gelassen und heiter: Kardinal Parolin über Leo XIV. nach der Wahl
Trotz der aufgeladenen und emotionalen Atmosphäre soll Kardinal Robert Prevost bei seiner Wahl zum neuen Oberhaupt der katholischen Kirche am 8. Mai 2025 Gelassenheit ausgestrahlt haben – begleitet von einem heiteren, sanften Lächeln. So schildert es Kardinalsstaatssekretär Pietro Parolin in seinem Vorwort zu einem neuen Buch über Papst Leo XIV. des italienischen Journalisten Antonio Preziosi.
"Kardinal Prevost war immer so", schreibt Parolin. "Ich habe ihn in den vergangenen zwei Jahren kennengelernt, seit Papst Franziskus ihn zum Leiter des Dikasteriums für die Bischöfe ernannt hat." Er habe ihn als einen Mann erlebt, der seine Aufgaben mit Gewissenhaftigkeit und Hingabe erfülle, stets gut informiert sei und alles mit Ruhe, Überlegung sowie ausgewogenen, respektvollen Lösungen angehe. Zugleich hebt Parolin hervor, dass Leo als Ordensmann bereits zu Beginn seines Pontifikats mehrfach den Kirchenlehrer Augustinus zitierte – etwa mit den Worten: "Für euch bin ich Bischof, mit euch bin ich Christ" – und damit seine "tiefe Menschlichkeit und den Geist des Dienens, mit dem er sein Amt ausüben will", zum Ausdruck brachte.
Das Buch "Leone XIV. La via disarmata e disarmante" ("Leo XIV. Der entwaffnende und entwaffnete Weg") zeichnet den Beginn des Pontifikats des ersten US-amerikanischen Papstes in 17 Kapiteln nach. Zudem beleuchtet Preziosi das Leben von Leo XIV. und seine Jahre in Peru. (mtr)