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"Darin sind sie sich einig"

Glaubenspräfekt kritisiert progressive und konservative Kirchenkreise

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Kardinal Victor Manuel Fernandez steht mit verschränkten Armen in der Synodalaula
Vatikanstadt - Keine große Resonanz für "Venite ad me": Den Kardinal wundert es nicht. Was es für eine Erneuerung wirklich brauche.

Der Präfekt des vatikanischen Glaubensdikasteriums, Kardinal Víctor Manuel Fernández, hat progressive und konservative Kreise in der Kirche dafür kritisiert, sich nicht genug für eine intensive Christusbeziehung der Gläubigen einzusetzen. "In Ländern mit eher progressiven Bischöfen ist das Bestreben, eine intensive Begegnung mit Christus zu fördern, nicht zu erkennen", sagte Fernández in einem Interview mit dem spanischen Portal "Religión Confidencial" (Dienstag). Progressive Kreise begeisterten sich "für strukturelle Veränderungen und den Dialog mit der Gesellschaft", erklärte der Glaubenspräfekt. "Was den konservativen Kreisen hingegen schlaflose Nächte bereitet, ist die Vermittlung der Sexualmoral", kritisierte der Kardinal. "In den Brüdern und Schwestern eine fesselnde Erfahrung des lebendigen Christus zu wecken, der seine Freundschaft und sein neues Leben anbietet, klingt für beide Kreise wie etwas 'Romantisches', fast schon realitätsfern. Darin sind sie sich einig."

Fernández mahnte, die Kirche habe sich "vom Kern des Evangeliums wegbewegt, hin zu anderen Themen, die ohne diesen Kern weder verständlich sind noch ansprechend". Er verwies auch auf die Rezeption der letzten Enzyklika von Papst Franziskus (2013–2025), "Dilexit nos" (2024). "Niemand hat sie kritisiert, weder von links noch von rechts, aber welche Auswirkungen hatte sie auf Bischofskonferenzen, die Diözesen, die kirchlichen Bewegungen?" Dies bereite ihm Sorgen, sagte der Glaubenspräfekt. "Denn ich glaube nicht, dass sich die Kirche erneuern kann, ohne dorthin zurückzukehren, wo ihr wahrer Ursprung liegt."

"Wir werden sehen"

Anlass für das Interview war die Veröffentlichung des Dokuments "Venite ad me", das das Glaubensdikasterium in der vergangenen Woche vorgelegt hat. Darin geht es um die Frage, wie der Glaube im gegenwärtigen Epochenwandel weitergegeben werden kann. Fernández habe nicht erwartet, dass das Dokument eine größere Resonanz finden würde. "Ich war realistisch. Zwar haben bei der Konsultation im Vorfeld des Dokuments viele Bischofskonferenzen geantwortet, um an der Analyse mitzuwirken", erklärte der Glaubenspräfekt. "Doch ein Dokument, das dazu aufruft, bei der lokalen Umsetzung voranzukommen, ist etwas anspruchsvoller." Aus diesem Grund habe sein Dikasterium auch das vatikanische Staatssekretariat um Unterstützung gebeten, um die Bischofskonferenzen zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Text aufzufordern. "Hoffen wir, dass wir auf diesem Weg etwas erreichen können. Wir werden sehen."

Bereits der Aufruf von Papst Franziskus (2013–2025) zu einer erneuten missionarischen Verkündigung habe die pastoralen Projekte der Diözesen nicht verändert. "Es ist logisch, dass dieses Thema des neuen Dokuments, das so eng mit jenem verbunden ist, keine großen Emotionen weckt."

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