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Wiener Kardinal über Befürworter und Gegner des Papstes

Kardinal Schönborn: Fast "Krieg in der Kirche"

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Kardinal Christoph Schönborn bei einer Rede im Vatikan.
Wien - Bischöfe und Kardinäle beziehen für und gegen Franziskus Position. Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn bezeichnet das als "besonders schmerzhaft" - und drückt seine Bewunderung für den Papst aus.

Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn hat den aktuellen Konflikt in der katholischen Kirche als "besonders schmerzhaft" bezeichnet. Man könne fast von einem "Krieg in der Kirche" sprechen, wenn Bischöfe und Kardinäle gegen und für den Papst Position bezögen, "und dahinter das erschütternde Drama über Missbrauch in der Kirche", sagte er am Sonntagnachmittag im Wiener Stephansdom. Er äußerte sich bei der "Maria-Namen-Feier" unter dem diesjährigen Motto "Frieden retten".

Bewunderung äußerte der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz für Papst Franziskus, der in dieser Situation "seinen inneren Frieden bewahrt". Franziskus sei erst mit 76 Jahren Papst geworden und habe bekundet, vom Moment seiner Wahl an einen tiefen inneren Frieden zu verspüren. Dies sei ein Geschenk Gottes, so der Wiener Erzbischof.

Keine Sorge um den Ruf der Kirche machen

Schönborn räumte ein, dass sich die kirchliche Hierarchie in der Vergangenheit zu sehr um den Ruf der Kirche gesorgt habe und zu wenig darum, dem eigentlichen Auftrag der Kirche nachzukommen. Das habe zu "Vertuschungen und Schönrederei" geführt. Wer aber den kirchlichen Auftrag ernst nehme und an die erste Stelle stelle, brauche sich letztlich auch keine Sorge um den Ruf der Kirche zu machen, sagte er.

Der Kardinal hatte den Papst bereits in der vergangenen Woche gegen Rücktrittsforderungen verteidigt. In der Kirche gebe es "Kreise", die den Papst "möglichst bald loswerden wollen", schrieb er in seiner Freitags-Kolumne im Gratisblatt "Heute". Franziskus erlebe derzeit schwere Tage. Seine offene Art, die Dinge beim Namen zu nennen, stoße nicht überall auf Sympathie. "Auch nicht im Vatikan", so Schönborn. "Ich danke Gott für diesen so überzeugenden Hirten. Danke, Papa Francesco!" (bod/KNA)

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