Neues Zauberwort
Zu den Höhepunkten des Jahres 2015 in der katholischen Kirche gehört die Bischofssynode zu familienpastoralen Fragen. Ob es bei den wiederverheirateten Geschiedenen im "Jahr der Barmherzigkeit" durch ein nachsynodales Schreiben von Franziskus mehr Möglichkeiten für die Beteiligung in der Kirche gibt, ist noch abzuwarten. Mindestens so interessant während der Wochen im Oktober war freilich die Rede des Papstes zum Begriff "Synodalität". Vor allem dieses Thema wird im Jahr 2016 auf der Agenda stehen.
Auf verschiedenen theologischen Tagungen anlässlich des Abschlusses der 50-Jahr-Feierlichkeiten des Zweiten Vatikanischen Konzils Anfang und Mitte Dezember war das deutlich zu spüren. Es gelte, an vielfältige Formen gemeinschaftlicher Entscheidungen in der Kirchengeschichte anzuknüpfen, so der Tenor. Ausdrücklich heißt es etwa in der Schlusserklärung des Kongresses "Das Konzil eröffnen" in München: "Synodalität muss wieder zum Strukturprinzip in der Kirche werden".
Gut auch, wenn man den Papst da hinter sich weiß, der mit der Synode und der Einrichtung der sogenannten K9-Kommission erste Schritte gesetzt hat und ja auch in seinem Apostolischen Schreiben "Evangelii Gaudium" ausführlich davon spricht. Viele Fragen sind allerdings noch offen, was dies von der Kurie über die Bischofskonferenzen und deren kontinentaler Zusammenschlüsse bis hin zu den Diözesen und den anderen Ebenen wie etwa den Gemeinden heißt.
Allein ein theologisch hoch aufgeladener Begriff hilft nicht viel weiter. Wichtig wird deshalb die Diskussion konkreter Verfahrensregeln sein, die auch kirchenrechtlich fixiert werden müssen. Das verheißt interessante Diskussionen im kommenden Jahr.
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