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Bergoglios ehemaliger Mentor Sievernich über die Faszination des Papstes

"Papale Abrüstung bewirkt Glaubwürdigkeit"

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Ein Mann mit grauen Haaren und Brille hält einen Vortrag
Essen - Michael Sievernich war einmal der Mentor von Jorge Mario Bergoglio. Der Jesuit und Mainzer Pastoraltheologe trifft sich auch heute regelmäßig mit Papst Franziskus. Er versucht nun in einem Interview, die Faszination Papst zu erklären.

Das zeige sich auch in der Wirkung der Umwelt-Enzyklika "Laudato si" (2015), die so viel Staub aufgewirbelt und Interesse erregt habe wie keine andere zuvor. Die mediale Wirkung des Papstes ergebe sich aus dem neuen Stil, so Sievernich. Als Beispiel nannte er den persönlichen Umgang Franziskus' mit Menschen sowie die "papale Abrüstung" in Bezug auf Kleidung, Wohnung und Auto. Das bewirke eine Glaubwürdigkeit, zumal der Vatikan früher aufgrund von Skandalen lange schlechte Schlagzeilen produziert habe.

"Innere und äußere Reformen der römische Kurie"

Die Faszination des Papstes sei weltweit zu spüren, in christlich geprägten wie in anderen Ländern, so der Theologe. Gründe dafür seien neben seinem Auftreten auch seine Bemühungen um Reformen. Der Papst gehe "in klarer konziliarer Linie die inneren und äußeren Reformen der römische Kurie" an. Diese stellten "schon lange ein Desiderat in der Kirche dar", so Sievernich.

Der Pastoraltheologe kennt Franziskus seit 1985 und trifft sich laut eigener Aussage regelmäßig mit ihm. Als der heutige Papst sich 1986 für mehrere Monate an der Jesuiten Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt zu Studien aufhielt, war Sievernich sein Mentor. Damals betrieb Jorge Mario Bergoglio dort Vorstudien für eine geplante, aber schließlich nicht weiterverfolgte Doktorarbeit über den deutsch-italienischen Theologen Romano Guardini (1885-1968). Im Herbst 2015 wurde Sievernich überraschend nachnominiert, an der Weltbischofssynode zu Ehe und Familie als Berater teilzunehmen. (luk/KNA)

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